Weshalb unterstützen Sie die „Erfurter Resolution“, Herr Nolte?

Home  »  Archiv  »  Weshalb unterstützen Sie die „Erfurter Resolution“, Herr Nolte?
Mrz 28, 2015 Kommentare deaktiviert für Weshalb unterstützen Sie die „Erfurter Resolution“, Herr Nolte? Redaktion_alt

BN-110

Benjamin Dominik Nolte ist Sprecher des Landeskreises Bayern der Patriotischen Plattform, JA- und AfD-Mitglied. Er hat die „Erfurter Resolution“ unterzeichnet, weil er nicht will, daß die AfD zum kleineren Übel wird.

Weshalb unterstützen Sie die Erfurter Resolution, Herr Nolte?

 

Die mahnenden Worte der Erfurter Resolution waren längst überfällig. Viel zu oft habe ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis Sätze gehört wie „Wir wählen Euch nur noch, weil ihr das kleinere Übel seid, wir hatten uns mehr von Euch versprochen.“ Ist es unser Anspruch, als „kleineres Übel“ wahrgenommen zu werden?
Ich beobachte in unserer AfD zunehmend den Trend, sich den etablierten Parteien anzunähern, vielleicht sogar auf Koalitionen zu spekulieren. Wir sind einmal angetreten, die dringenden Probleme in unserem Land zu lösen. Wie kann es dann sein, dass wir uns jetzt denjenigen andienen, die diese Probleme verursacht haben und die bei der Lösung dieser selbstverursachten Probleme auf ganzer Linie versagt haben? Wie wollen wir unsere politische Glaubwürdigkeit als Alternative behalten, wenn wir uns hier in Bayern einer CSU anbiedern, die vor allem durch Skandale und Vetternwirtschaft von sich reden macht?
Aus diesen Gründen ist die Erfurter Resolution ein wichtiges Signal, um den Menschen in diesem Lande zu zeigen, dass es noch Parteifreunde gibt, die nicht vergessen haben, warum sich die AfD einst gegründet hat.

Spaltet die Erfurter Resolution nicht die Partei?

Wie man in die Erfurter Resolution einen Spaltungswillen hineininterpretieren kann, ist mir schleierhaft. Den Parteifreunden, die dies tun, muss man eine blühende Fantasie attestieren, wie man sie hierzulande sonst nur bei Journalisten findet.
Wer glaubt, dass es die Partei spaltet, wenn wir fordern, für eine wirkliche Alternative zu den etablierten Parteien einzutreten, das Vertrauen unserer Wähler nicht zu enttäuschen, nicht vor den Medien und dem politischen Gegner zu kuschen, der hat nicht verstanden, warum die Menschen uns ihre Stimme gegeben und ihre Hoffnung in uns gesetzt haben.
Es kann nicht sein, dass eine ganze Schicht von Funktionären die AfD als Möglichkeit begreift, ihre in den Altparteien gescheiterten Karrieren fortzusetzen. Wer so denkt, hat nichts vom Auftrag unserer Partei verstanden. Diese Personen opfern die letzte Chance, die wir haben, unser Land zum Besseren zu verändern, ihren persönlichen Motiven. Dabei schrecken sie nicht davor zurück, unsere Mitstreiter in Sachsen, Brandenburg und Thüringen, die für unsere Partei grandiose Wahlsiege eingefahren haben, regelmäßig zu verunglimpfen. Sie sind es, die unsere Partei spalten.

Wann scheitert die Erfurter Resolution, wann hat sie Erfolg?

Sie ist bereits jetzt ein Erfolg. Sie hat eine dringend notwendige Debatte angestoßen, an deren Ende wir alle wissen werden, woran wir sind. Dass die Resolution von gewissen Kreisen in der Partei bis aufs Blut bekämpft wird, spricht Bände. Letztendlich wird sich entscheiden, ob wir ein paar Jahre lang ein erbärmliches Dasein als Mehrheitsbeschaffer für die Unionsparteien fristen und dann verschwinden werden oder ob wir es schaffen, zu einer neuen, zu einer anderen Volkspartei zu werden, die unser Land so dringend braucht. Die Zeit dafür ist reif.