Weshalb unterstützen Sie die „Erfurter Resolution“, Herr Wiesemann?

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Mrz 30, 2015 Kommentare deaktiviert für Weshalb unterstützen Sie die „Erfurter Resolution“, Herr Wiesemann? Redaktion_alt

Julien Wiesemann bearbeitet

Julien Wiesemann ist stellvertretender Sprecher der Jungen Alternative Sachsen. Er denkt, dass Jugendorganisationen angriffslustiger sein sollten als die Mutterpartei, und hat auch deshalb die Erfurter Resolution unterzeichnet.

Weshalb unterstützen Sie die Erfurter Resolution, Herr Wiesemann?

Die Erfurter Resolution erinnert die Partei an ihre Grundsätze und ist eine Mahnung an diejenigen, die allzu schnell koalitionsfähig werden wollen. Ich bin selbst Befürworter einer Regierungsbeteiligung der AfD. Allerdings sollte alles zu seiner Zeit geschehen und vor allem sollten wir dabei nicht zu fahrlässig mit dem eigenen Anspruch als DIE ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND umgehen. Ich habe Ende vergangenen Jahres mein Amt als stellvertretender Landesvorsitzender der Jugendorganisation Junge Alternative in Sachsen angetreten. Jugendorganisationen dienen bekanntermaßen auch dem Zweck, etwas forscher und weniger angepasst aufzutreten, als es der Mutterpartei z.T. möglich ist. Deshalb war meine Unterschrift nur folgerichtig.

Spaltet die Erfurter Resolution die Partei?

Ein ganz deutliches Nein! Wie kann eine Resolution, die – wie Alexander Gauland es sinngemäß formulierte – das fordert, was wir alle noch vor einem Jahr ganz selbstverständlich unterschrieben hätten, spalten? Dass einige ein solches Bekenntnis als Spalterei bezeichnen, zeigt, wie notwendig die Resolution leider ist. Ich erinnere in diesem Zusammenhang auch an das Abstimmungsverhalten einiger AfD-Abgeordneter im Parlament der Europäischen Union bei der Frage der Russlandsanktionen, das im Kern einem Beschluss des Bundesparteitages widersprach. Diesen Tendenzen entgegen wirken und uns alle an die Grundsätze innerparteilicher Demokratie erinnern zu wollen, kann nicht spalten.
Spalterisch wirken für mich diejenigen Kräfte, welche verdiente Parteimitglieder mit Vokabular des politischen Gegners titulieren. Wer über die Medien gegen eigene Parteimitglieder die Nazikeule schwingt, der hat sich außerhalb der eigenen Partei gestellt.

Wann scheitert die Erfurter Resolution, wann hat sie Erfolg?

Ich glaube, das ist keine Frage, die man kurzfristig beurteilen kann. Wenn es uns gelingt, weiterhin der Stachel im Fleisch der etablierten Parteien zu sein, hat die Resolution Erfolg. In meinem Heimatverband Sachsen sehe ich da keinen großen Handlungsbedarf. Unserer Landtagsfraktion gelingt das sehr gut, ebenso wie den Kollegen in Brandenburg und Thüringen. Ich hoffe zudem, dass die Parteifreunde, die in den kommenden Jahren in die Parlamente der anderen Bundesländer streben, das ebenso umsetzen werden.