Weshalb unterstützen Sie die „Erfurter Resolution“, Frau Funke?

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Mai 7, 2015 Kommentare deaktiviert für Weshalb unterstützen Sie die „Erfurter Resolution“, Frau Funke? Redaktion_alt

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Lydia Funke ist Erstunterzeichnerin der „Erfurter Resolution“, Mitglied des Landesvorstandes der AfD Sachsen-Anhalt, Mitglied des Kreisvorstandes der AfD Burgenlandkreis und Stadträtin der Stadt Nebra (Unstrut). Sie will, dass die AfD zu ihren Versprechen steht.

 

Weshalb unterstützen Sie die „Erfurter Resolution“, Frau Funke?

Weil die Erfurter Resolution daran erinnern soll, dass wir die Alternative zu den Altparteien sind und von Beginn an sein wollten. Wir mögen das einhalten, was in unseren Leitlinien steht und was wir dem Wähler versprochen haben, vor allem auch innerparteilich. Da beginnt das „Alternativsein“ für mich, denn alle Etablierten halten nicht was sie versprechen, sondern drehen und winden sich aus ihrer Verantwortung heraus.
Ich habe die Erfurter Resolution unterstützt, da ich schon seit längerem beunruhigt darüber bin, welchen Kurs die AfD einzuschlagen beginnt. In die AfD bin ich nicht eingetreten, um allmählich eine Altpartei 2.0 zu kreieren. Ich glaube, ich spreche hier im Namen vieler, die nächte- und tagelang beim Bundestags-, EU- und Kommunalwahlkampf 2013 und 2014 Nerven, Fleiß, Kraft, Zeit und Geld investiert haben.
Als ich eintrat, überzeugten mich der spürbare, alternative Grundgedanke, die Leitlinien sowie die Personen, die dahinter stehen (sollten!). Aber der einsetzende Schlingerkurs, der mit der Annahme der Russland-Sanktionen begann, enttäuschte mich.
Mit dem Vertrauensvorschuss unserer Wähler sollten wir in der Lage sein, Rückgrat zu beweisen und weiterhin den Finger in die politische Wunde legen, auch oder gerade wenn es schmerzt. Die Wahrheit tut weh, ja!

 

Spaltet die „Erfurter Resolution“ nicht die Partei?

Nein, das tut sie keinesfalls! In der Erfurter Resolution wurde niemand persönlich angegriffen, vielmehr wurde auf Fehlentwicklungen hingewiesen. Die Erfurter Resolution ist als Botschaft eines Großteils der Basis an die Parteispitze zu sehen.
Die Reaktionen auf die Erfurter Resolution legen dar, dass Meinungsfreiheit und Pluralismus in der AfD wohl nicht so statthaft sind, wie stetig von uns selbst postuliert wird. Alle wollen und fordern Veränderung, doch welche- und wie viel Alternative sind wir noch, wenn wir in den Gleichschritt der Etablierten verfallen? Deshalb musste hier durch couragierte Initiatoren die Notbremse gezogen werden. Die jüngsten innerparteilichen, personellen Ereignisse zwischen Bundesspitze und verschiedenen Landesspitzen sowie im EU-Parlament verdeutlichen zudem, dass die Spaltungstendenzen ganz andere Hintergründe haben.

 

Wann scheitert die „Erfurter Resolution“, wann hat sie Erfolg?

Die Erfurter Resolution scheitert, wenn sich die AfD tatsächlich dem etablierten Mainstream anschließt und im Sinne der Altparteien Politik macht. Die Erfurter Resolution will und soll das verhindern!
Ein Erfolg ist bereits spürbar, da Flügel erstmalig offiziell anerkannt und benannt werden. Flügel sind der Entwicklung und Ausdifferenzierung einer Partei durchaus förderlich. Die Grundausrichtung der AfD sowie diverse Themen müssen offen und auf allen Ebenen diskutiert werden. Wenn wir alle gleich und dasselbe denken würden, würden wir sehr schnell zum Stillstand gelangen.
Die Erfurter Resolution ist erfolgreich, wenn sich die AfD auf ihren alternativen Grundgedanken zurückbesinnt und wieder eine ungezwungenere politische Debatte in unserer einzigen Alternative für Deutschland möglich ist.