Prinzipien alternativer Islampolitik I von Dr. Hans-Thomas Tillschneider

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Jan 25, 2016 39 Comments ›› Redaktion

Beitrag

Ich bekämpfe nicht die Identität der Anderen, sondern das System, das unser aller Identitäten zerstört.“ (Alain de Benoist)

Alle Debatten, die sich zwischen Islamkritikern vom Schlage eines Hans-Olaf Henkel oder einer Alice Schwarzer und dem politischen Hauptstrom abspielen, sind technokratische Scheindebatten. In den grundsätzlichen Fragen herrscht Einigkeit: Man sucht nach Wegen, die Unterschiede zwischen der islamischen und der abendländischen Kultur einzuebnen, damit das Projekt „Globalisierung“ ohne Reibungsverluste weiter vertieft werden kann, und stellt eben diese Voraussetzung deshalb nicht zur Diskussion.

Der Streit kreist nur darum, wie viel Verwestlichung des Islams und wie viel Islamisierung des Abendlandes für nötig erachtet wird. Die Forderungen nach Willkommenskultur und nach Islamreform sind zwei Seiten derselben Feindlichkeit gegenüber Identität und kultureller Differenz.

Die folgenden acht Thesen brechen mit dieser Einstellung. Es sind weniger konkrete Forderungen, sondern eher Markierungen eines Gegenstandpunkts zur herrschenden Doktrin, wie er von einer Partei, die sich Alternative für Deutschland nennt, erwartet werden darf.

Wie die letzten Jahrzehnte gezeigt haben, führt das Projekt einer nicht mehr nur auf den Warenaustausch beschränkten, sondern auf eine kulturelle Vereinheitlichung der Welt abzielenden „Globalisierung“ zu Krieg, Terror, sozialen Spannungen und einer Verschlechterung des Lebens auf allen Ebenen.

Wir halten eine solche totale Globalisierung weder für realistisch noch für wünschenswert, denn wir gehen davon aus, daß die Würde des Menschen sich in seiner kulturellen Verschiedenheit zeigt, nicht in seiner biologisch fundierten Gleichheit. Auf dieser Grundlage lehnen wir sowohl die Verwestlichung des Islams als auch die Islamisierung des Abendlandes ab. Dieser Standpunkt ist der Standpunkt der Identität, der grundsätzlichen Scheidung zwischen Eigenem und Fremden und der Verteidigung des Eigenen.

Wenn wir die Kulturen dieser Welt erhalten wollen, dann erhalten wir Möglichkeiten des Menschseins und werden so der Würde des Menschen besser gerecht als unsere linken Kritiker, die diese Würde wie eine Monstranz vor sich her tragen. Da ohne Fremdes kein Eigenes ist, kann niemand das Eigene verteidigen, indem er dem Fremden die Existenzberechtigung abspricht. Der Standpunkt der Identität respektiert das Fremde, weil es als das mir Fremde mein Eigenes erst möglich macht, aber auch, weil es das Eigene des Anderen ist.

 

  1. Der Islam paßt nicht zu Deutschland!

Die islamische Kultur, wie sie sich seit dem siebten Jahrhundert n. Chr. in ihren Stammländern im Vorderen Orient entwickelt hat, ist eine eigene Welt. Sie zeichnet sich durch ihre ganz eigenen Sitten, Anschauungen, Begriffe und Werte aus.

Diese Welt ist nicht unsere Welt. Weite Teile der islamischen Kultur sind mit unseren Lebensvorstellungen schlechthin unvereinbar. Das islamische Politikverständnis ist mit unseren Vorstellungen von Demokratie und Volkssouveränität nicht vereinbar; die islamische Geschlechtertrennung widerspricht aufs Schärfste unserer Liberalität im Umgang der Geschlechter; die islamische Feindlichkeit gegenüber bildlichen Darstellungen widerspricht unserer Freude an bildlicher Darstellung; die islamischen Körperstrafen stehen im schärfsten Widerspruch zu unseren Vorstellungen von der Würde des Menschen.

Wir stellen diese Tatsachen fest, enthalten uns aber einer Wertung. Die islamische Kultur ist weder besser noch schlechter als die deutsche oder die europäische Kultur, sie ist anders, und sie paßt, so wie sie ist, nicht zu uns.

 

  1. Das Problem ist nicht der Islam, das Problem ist die multikulturelle Gesellschaft!

Wenn Kulturen, die sich über Jahrhunderte in weit voneinander entfernten Weltgegenden entwickelt haben, heute in unseren Städten aufeinander treffen, sind Konflikte unvermeidbar. Linke Politiker flüchten vor dieser Erkenntnis in Wahnbilder einer Gesellschaft, die aus grundverschiedenen Kulturen besteht und nur durch den rechtlichen Rahmen des Staates zusammengehalten wird.

Eine solche Gesellschaft ist eine Utopie im schlechtesten Sinn: Etwas, was nie und nirgendwo sein wird. Eine Gesellschaft braucht, um zu existieren, eine starke Leitkultur, die sie vereint. Keine Rechtsordnung kann bestehen, ohne daß die Kultur, die sie hervorgebracht hat, sie auch weiterhin unterfüttert und trägt. Eine multikulturelle Gesellschaft ist keine Gesellschaft, sondern ein bloßes Nebeneinander von mehreren Parallelgesellschaften.

Das Problem ist somit nicht der Islam an sich, das Problem ist die Präsenz von Millionen von Muslimen in Europa, die hier so leben wollen, als lebten sie in der Türkei, Ägypten oder Saudi-Arabien. Das wahre Problem ist somit die multikulturelle Gesellschaft.

 

  1. Der Islam hat eine Heimat!

Der Islam hat in seiner Heimat wie jede andere Weltkultur auch das Recht auf eine freie, selbstbestimmte Entwicklung nach eigenen Gesetzen. Wenn wir die Islamisierung Europas zurückweisen, dann weisen wir auf der gleichen Grundlage auch jene Spielart der Islamkritik zurück, die auf eine Verwestlichung des Islams hinarbeitet.

Eine solche Islamkritik steht im Zeichen globalistischer Ideologie und imperialer Interessen. Sie begreift den Islam als Hemmnis für Modernisierung und Globalisierung. Sie zielt deshalb hauptsächlich auf den Islam in seinen Stammländern, während er ihr in Europa als Mittel, die abendländisch-christliche Leitkultur zu brechen, nützlich erscheint. Ihr Hauptargument ist die Berufung auf angeblich universale Werte.

Diese Art imperialistisch-universalistischer Kritik lehnen wir mit Samuel Huntington ab: „What is universalism to the west is imperialism to the rest“. Wenn wir uns in Europa nicht dem Islam anpassen wollen, dürfen wir von dem Islam nicht erwarten, daß er sich in seinen Stammländern unseren Vorstellungen anpaßt. Gleiches Recht für alle Weltkulturen!

 

  1. Das Projekt „Euroislam“ kann nicht funktionieren!

 Die herrschende Politik hält einen an europäische Verhältnisse angepaßten, mit unserer Rechtsordnung kompatiblen sog. Euroislam für die Lösung des Islamproblems. Solche Vorstellungen bewegen sich fernab jeder Wirklichkeit.

Wir beobachten in der islamischen Welt schon seit Jahrzehnten einen Trend der Rückbesinnung auf orthodoxe Lebensweisen und Dogmen. Dieser Trend hat die Türkei von einem säkularen Staat in einen Religionsstaat transformiert und in Nordafrika die revolutionären Eruptionen gezeitigt, die gemeinhin als „arabischer Frühling“ bezeichnet werden, aber besser als sunnitsch-islamistischer Frühling bezeichnet wären.

Zu glauben, die Entwicklung des Islams in Europa ließe sich davon loskoppeln, ist eine gefährliche Illusion. Dieser Trend erfaßt über die modernen Kommunikationsmittel, über die ungezügelte Masseneinwanderung und schließlich über die Netzwerke der international operierenden Islamverbände auch die Muslime in Europa.

Längst schon hat die Einwanderung den Umfang überschritten, bei dem es noch möglich gewesen wäre, eine Sonderentwicklung des europäischen Islam zu initiieren. Zu viele Muslime haben sich in Parallelgesellschaften eingerichtet, in denen sie keinerlei Anpassungsdruck ausgesetzt sind. Diese Parallelgesellschaften sehen sich als Teil einer islamischen Weltgemeinschaft, deren Regeln von den orthodoxen Gelehrten in Ägypten, Qatar und Saudi-Arabien definiert werden.

Jede mit unserer Lebensordnung vereinbare, durch die etablierte Politik geförderte Islamvariante gerät von dorther in den Geruch der Anbiederung an die politischen Wünsche des Westens. Ein nach den Vorstellungen europäischer Politiker zurechtgeschusterter „Euroislam“ wirkt so gerade auf diejenigen, auf die er abzielt, nämlich Muslime, die ihre islamische Identität betonen, höchst unattraktiv. Die Muslime aber, denen ihre islamische Identität wenig bedeutet und die bereit sind, sich anzupassen, benötigen keinen „Euroislam“. Die Kopfgeburt „Euroislam“ stellt sich so als entweder unwirksam oder überflüssig heraus.

 

Die zweite Hälfte der "Prinzipien alternativer Islampolitik" von Dr. Hans-Thomas Tillschneider erscheint am kommenden Sonntag, dem 31. Januar 2015.

 

Dr. Hans-Thomas Tillschneider (1978) ist Islamwissenschaftler und Publizist. Zwischen 1998 und 2004 studierte er in Freiburg, Damaskus und Leipzig Islamwissenschaften, Philosophie und Deutsche Literaturgeschichte; seit 2010 ist er Akademischer Rat am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Bayreuth. Tillschneider ist Erstunterzeichner der Erfurter Resolution und Mitbegründer sowie Sprecher der Patriotischen Plattform. Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 13. März 2016 kandidiert er für die Alternative für Deutschland auf Listenplatz 10. 

Facebook: Hans-Thomas Tillschneider

Kommentare

  1. Günther Pagel sagt:

    Ich habe etwas ganz Formales: können Sie Ihre Beiträge nicht in der neuen Rechtschreibung setzen?

    • Redaktion sagt:

      Das wird den Autoren überlassen.

    • A. Kühnle sagt:

      Wozu??
      Die alte Rechtschreibung ist traditionell, funktionaler und eindeutiger.

    • Klaus K. sagt:

      Um Himmels willen! Gegen diesen Schwachsinn habe ich jahrelang gekämpft. Leider, da dies ein politisch gewolltes Projekt war, ohne Erfolg.

      Hier einige Stimmen aus der damaligen Zeit:

      Maria Theresia Rolland, Bonner Sprachwissenschaftlerin (General-Anzeiger, 27.7.98):
      „Wenn man also an der Sprache ansetzt und diese über den Weg der Schrift nivelliert, verengt, eingrenzt, Wörter abschafft, grammatische Beziehungen verdreht und mit all diesem entscheidend in das semantische Gefüge der Sprache eingreift – dann hält man die Macht in der Hand und glaubt, auf diese Weise das Mittel zu haben, das Volk verdummen und manipulieren zu können.“

      Christian Meier, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, am 3.8.98:
      „Alle, die nicht dazu gezwungen sind, die Reform umzusetzen, sollten bei den alten Regeln bleiben.“

      Walter Kempowski, Schriftsteller (Die Welt, 31.7.1997):
      „Chaos und Murks auf Anordnung sogenannter Fachleute.“

      Heinz G. Konsalik (Freizeit Revue, Juli 1998):
      „Mich läßt der Verdacht nicht los, daß wir diese ‚Erneuerung‘ Rechtschreibbehinderten – auch akademischen – zu verdanken haben.“

      Harry Rowohlt, Übersetzer und Autor (Hamburger Abendblatt, 31.7.97):
      „Diese Reform ist doch subventionierte Legasthenie.“

      Vicco von Bülow alias Loriot, am 11.10.97 anläßlich einer Dichterlesung in Weilheim:
      „Die Rechtschreibreform ist vollkommen in Ordnung … wenn man weder lesen noch schreiben kann.“

      Johanna Wanka räumte gegenüber dem Spiegel kurz nach dem Ende ihrer Amtszeit als Präsidentin der Kultusministerkonferenz ein:
      „Die Kultusminister wissen längst, daß die Rechtschreibreform falsch war. Aus Gründen der Staatsräson ist sie nicht zurückgenommen worden.“

      In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 14. Dezember 2008 nannten der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, und Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust die Reform eine „staatlich verordnete Legasthenie“.

      Anmerkung von mir:
      Resultate der „Schlechtschreib“reform:
      Wer vor der Reform des Deutschen mächtig war, ist es nach der Reform nicht mehr.
      Wer aber vor der Reform des Deutschen nicht mächtig war, ist es auch nach der Reform nicht.

    • Bernd sagt:

      Was ist Kultur ?
      Für mich ist es die Art zu Leben.
      Ganz einfach.
      Es geht natürlich auch kompliziert. Aber warum alles immer kompliziert machen, wenn es auch einfach geht.
      Und warum sollte sich der Islam reformieren ? Der Islam ist auf der gesamten Welt sehr erfolgreich. Es gibt mittlerweile 58 islamische Länder.
      In diesen Ländern ist die Menschenrechtslage sehr bedenklich.
      Der Islam in Europa ist auf dem Vormarsch. Also warum Veränderung ?
      Nein, der Islam gehört nicht nach Europa, jedenfalls nicht in jener Größenordnung, wie von den Strategen geplant.
      Wird der Plan vollendet, dann wird Europa seine Art zu leben aufgeben müssen und mit dem endgültigen Verlust seiner Identität bestraft.
      Da ich des öfteren in arabischen Ländern unterwegs bin, weiß ich, dass bei den Muslimen bei allen was sie tun immer auch Allah und der Koran die Motivation ihres Handelns bestimmt.
      In der muslimischen Welt gelten ca. 60% der Muslime mehr oder weniger
      als streng Gläubig. Und wie verhält es sich mit den Deutschen ?
      Wieviel % der deutschen Bevölkerung sind strenggläubig ?
      Bei Beantwortung der Frage wird man wissen, wo der Vorteil liegt.

    • Ziener sagt:

      Diese 4 Thesen sind Wahrheiten.

      Diese sollten von unseren Volksführern anerkannt werden und daraus die entsprechenden Änderungen zur Asylpolitik folgen.

      Ende der Willkommenskultur (die es bei der Mehrheit des Volkes nie gab)
      Ende der Pro-Multikulti-Politik.
      Ende der muslimischen Zuwanderung.
      Ausweisung aller „Nichtintegrierten“ Muslime.

    • Bernd sagt:

      Der Islam ist eine Religion, die seit ihrer Entstehung immer, wie jede andere Religion auch, immer auch um ihr Überleben gekämpft hat.
      Das dem Islam als Religion nun eine besondere, zumeist grausame Art der Verbreitung zu geschrieben wird, kann mitunter Beifall finden. Jedoch sollten sich hier diejenigen, die den Islam als unzivilisiert und unethisch sehen eines bewusst werden.
      Der Orient, der heutige nahe Osten, war in vielen Jahrhunderten von fremden Mächten beherrscht worden.
      Damals wie heute gibt es in allen religiösen „Strömungen“ aggressive Streiter.
      Die Hochburgen des Christentums bedienen sich nicht der Selbstmordatentäter, weil ihre Tötungsmaschenerie eine effizientere Quote aufweist, wo hingegen im Namen des Islams, der eifrige Gäubige sich in die Luft sprengt und die Schlagzeilen bestimmt.
      Welche Methode die grausamere ist, muss wohl nicht weiter ausgeführt werden.
      Beides ist zutiefst menschenfeindlich.
      Trotzdem gehört der Islam nicht nach Europa.
      Es muss Schluss sein damit, dass sich allen voraus die USA, in die Lebensweisen von Völkern einzumischen versuchen.
      Der Versuch anderen Völkern, eigene und damit fremde Ideologien über zu stülpen, ist das Übel der Vergangenheit und der Gegenwart.
      Wir wollen doch auch unsere Art zu leben weiter leben.
      Der Islam wird uns daran nicht hindern.

  2. T. Franke sagt:

    Fundamentaler Dissens! Das vorgestellte Konzept ist *genauso* falsch wie die Gleichmacherei. Die Gleichmacherei zerstört *jede* kulturelle Besonderheit. Aber das vorgestellte Konzept erklärt *jede* kulturelle Besonderheit für legitim: So ein Unsinn! Wenn man das vorgestellte Konzept konsequent zu Ende denkt, würde es bedeuten, dass man eine Steinigung unter Muslimen für gut und richtig halten muss, weil das bei Muslimen eben so üblich ist: So ein Blödsinn. — Aber was ist die Alternative? Man muss ja nur einmal unsere eigene Kultur ansehen: Unsere Kultur ist eben nicht einfach nur eine „christliche“ Kultur! Das wäre ja das Mittelalter! Unsere Kultur ist natürlich Christentum „plus x“! Aber was ist dieses x? Es ist das Primat der Vernunft, es ist der wiederentdeckte Humanismus der antiken Philosophen und die nachfolgende Aufklärung, die uns die Ideen von Demokratie, Marktwirtschaft, Menschenrechten usw. gebracht hat! — Das ist das richtige Konzept: Jede Kultur hat ein Anrecht auf ihre Eigenheiten, aber sie sollte sich für die Vernunft öffnen. Solange eine Kultur das nicht tut, solange ist es eine schädliche, schlechte Kultur. Die Öffnung einer Kultur für die Vernunft „zerstört“ eine Kultur nicht. Im Gegenteil: Bis jetzt hat noch jede Kultur davon profitiert. — Könnte auch der Islam sich „öffnen“? Das ist eine eher theoretische Frage, da solche Reformprozesse lange Zeit benötigen. In seiner Blütezeit unter Kalif al-Mamun hatte sich der Islam in der Tat für die Vernunft geöffnet und antike Philosophen rezipiert. In dem Moment, wo die Vernunftfeinde sich im Islam durchsetzten, ging es wieder bergab. Wenn man genau hinschaut, gibt es in jeder Kultur Ansätze, sich der Vernunft zu öffnen, man muss das praktisch in keine Kultur künstlich einpflanzen. — Kurz: Eine Kultur kann sein, wie sie will, das Entscheidende ist, ob sie sich für die Vernunft öffnet. In diesem einen einzigen Punkt müssen wir sehr wohl „Gleichmacherei“ einfordern. Sonst landen wir ganz schnell bei einem irrsinnigen Kulturrelativismus.

    • claudia backhaus sagt:

      Vielen Dank für diesen Aufsatz, Hans-Thomas Tillschneider, der mir in der gegenwärtigen unübersichtlichen gesllschaftlichen Lage einiges an Orientierung gewährt.

      Wohingegen der Beitrag des T.Franke mich verwirrt:

      „Jede Kultur hat ein Anrecht auf ihre Eigenheiten, aber sie sollte sich für die Vernunft öffnen.“
      Im ersten Teil Ihres Satzes gestehen sie jeder Kultur ihre Eigenheiten zu, um im gleichen Atemzug eine Forderung aufzumachen, wie die Kultur sein sollte. Sie machen eine Forderung auf. Damit nehmen sie Ihrem Gegenüber das Eigene und wollen etwas Fremdes überstülpen. Sie scheinen zu wissen, was gut ist für die andere Kultur. Ich halte diese Denkweise für überheblich.

      • T. Franke sagt:

        @Claudia Backhaus:

        Haben Sie schon einmal einem guten Freund einen Rat gegeben, weil er dabei war, eine Dummheit zu begehen? Oder meinen Sie, dass das überheblich wäre?

        Würden Sie einen Menschen davon abhalten, Selbstmord zu begehen, oder meinen Sie, dass das überheblich wäre?

        Würden Sie ein Kind davor abhalten, eine Dummheit zu tun? Oder ist Erziehung für Sie überheblich?

        Es gibt nun einmal Situationen im Leben, wo man mehr Erfahrung und Wissen hat als andere. Und manchmal sollte man diesen Vorsprung auch nutzen. Auch zum Vorteil derer, die noch nicht soweit sind. Das ist nicht überheblich. Es ist menschlich.

    • Klaus K. sagt:

      Daß dieses Konzept, konsequent zu Ende gedacht, suggerieren würde, daß man eine Steinigung unter Muslimen für gut und richtig halten muß, weil …, das sehe ich keinesfalls als gegeben.
      Hineininterpretieren läßt sich wahrscheinlich in jede Meinungsäußerung etwas. Ob das dann allerdings der Intention des Autors entspricht, sei dahingestellt.

      Sich für die Vernunft zu öffnen, ist schön und gut und für den einen und/oder anderen auch erstrebenswert und ein lobenswertes Unterfangen – Gleichmacherei einzufordern aber, und sei es auch nur in diesem einen Punkt, würde ich nicht unterstützen. Denn, wer sagt uns, daß diese Kultur ein ebensolches Verständnis von Vernunft hat wie unsere Kultur.

      Hier kann es schlicht und einfach nur darum gehen, andere so zu akzeptieren, wie sie sind – so, wie wir das ja auch für uns in Anspruch nehmen.
      Veränderungen bedürfen wahrscheinlich immer eines längeren Zeitraumes – in jedem Kulturkreis. Diese müssen aber aus dem Inneren selbst kommen, nicht von außen aufgedrängt. Es ging auch nicht von heute auf morgen, daß sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, daß die Erde zum einen keine Scheibe ist, und zum anderen, daß die Erde sich um die Sonne dreht – und nicht umgekehrt.

      Grundsätzlich aber sollte festgehalten werden: Der Islam ist keinesfalls Teil des Abendlandes!
      Vorsicht vor falscher Toleranz ist geboten: das Morgenland war einmal, bevor der Islam mit Feuer und Schwert verbreitet wurde, Christenland!

      Die Gründe für die gigantische Flutung mit islamischen „Flüchtlingen“, besser gesagt illegalen Invasoren, sind ganz andere, nämlich geopolitischer Natur.
      Dieses hier nun näher ausführen zu wollen, würde aber den Rahmen sprengen. Der ungarische Staatschef Viktor Orbán hat einmal einen Namen im Zusammenhang damit genannt:
      George Soros (gebürtig György Schwartz, ist ein US-amerikanischer Investor ungarischer Herkunft)
      Damit kommt man der Sache schon näher …

      Ich stimme mit dem Autor überein: kein Multikulti – das dient weder des einen noch des anderen Interessen.

      Ein letztes noch: Demokratie, wie die sogenannten westlichen Staatsformen hier genannt werden, hat mit der Staatsform im antiken Griechenland der Stadtstaaten, auf die sich alle so gern als Wiege der Demokratie berufen, wenn von der Demokratie die Rede ist, nicht das Geringste zu tun. Das sollte man wissen. Lenin soll einmal gesagt haben: Demokratie ist die Vorstufe des Sozialismus. Das würde, beim konsequenten Zu-Ende-Denken der westlichen Staatsformen, genannt Demokratie, den Kern der Sache schon eher treffen.

    • Ziener sagt:

      Herr Franke. Ich stimme Ihnen zu.

      Bei allen Handlungen oder Ideologien ohne Vernunft entsteht Chaos. (Probleme)
      Dieses Chaos kann dann nur durch eine Diktatur (Gewalt) verhindert werden.

      Der Islam ist Das Beispiel.
      Entweder herrscht Chaos wie im Irak, Syrien, oder eine strenge Diktatur wie in Saudi Arabien oder dem Iran.

      Fazit:

      Der Islam ist nicht kompatibel mit unserer westlichen Lebensart und Lebensweise
      und sollte dort bleiben wo er entstanden ist.

      Keine Toleranz der Intoleranz!

  3. Hans-Werner Link sagt:

    Ach Herr Pagel, wollen Sie bitte zur Kenntnis nehmen bzw. anerkennen, daß es nicht wenige Menschen in diesem Lande gibt, die die sog. neue Rechtschreibung für eine Mißgeburt halten.

    Gerade ein Autor, der der AFD nahe steht, mag gute Günde sehen, die historisch bewährte Rechtschreibung weiter zu verwenden.

    Ein solches Verhalten zeugt für mich von Rückrat.

  4. egon sunsamu sagt:

    >>Die islamische Kultur ist weder besser noch schlechter als die deutsche oder die europäische Kultur, sie ist anders, und sie paßt, so wie sie ist, nicht zu uns.<<

    Dieser Satz von einem ausgewiesenen Islamkenner macht mich ratlos.
    Wir erleben täglich, was in Syrien und anderswo auf der Welt von Islamanhängern verbrochen wird: Terror, Menschenraub, Sklaverei, Vergewaltigung, Auspeitschen, Handabhacken, Hängen, Kreuzigen, Steinigen, Köpfen.
    All diese Greueltaten haben ihre islamische Legitimation im Koran und im Vorbild des "Propheten".
    Es gibt keine "islamische Kultur". Es gibt nur rassistische, menschenverachtende islamische Barbarei gegen Nichtmoslems, Christen, Atheisten, die sich nicht freiwillig dieser Ideologie unterordnen. Schlimmer noch: die meisten Moslems werden weltweit von anderen Moslems ermordet. Dazu haben sie persönlich Allahs Auftrag aus dem Koran.
    Eines kann ich unterschreiben: der Islam hat eine Heimat. In der Saudischen Wüste.
    Dort soll er bleiben. Raus aus Europa!!!

  5. Steffen Koal sagt:

    Der Begriff Relativismus wird leider falsch verwendet. Dieser kann nur in einem geschlossenen System mit gleichen Spielregeln Anwendung finden.
    „Unsere Kultur ist natürlich Christentum „plus x“! Aber was ist dieses x? Es ist das Primat der Vernunft, es ist der wiederentdeckte Humanismus der antiken Philosophen……….“
    Das Christentum ist nicht Mittelalter, sonder entspricht dem, was Sie Christentum+x nennen. Denn das x entstsand aus dem Christentum selbst und eben nicht aus einer „Parallelkultur“. Der Wille und die Kraft zur steten Erneuerung, innerhalb des Christentums, ermöglichte erst das X !
    Aus unser heutigen Sicht, eine durchaus vernünftige Entwicklung.
    Ob dieser Vernunftsmaßstab auch für andere Kulturen gelten sollte, wage ich zu bezweifeln.

    • T. Franke sagt:

      @Steffen Koal:

      Ich weise darauf hin, dass das Rationalitätskonzept des Islam auf denselben antiken Denkern aufbaut wie unseres. Der Islam ist nicht im luftleeren Raum entstanden. — Überhaupt ist alles, was den antiken Denkern zuzurechnen ist, nicht per se „uns“ zuzurechnen. So, wie die Germanen sich der Westhälfte des römischen Reiches bemächtigten, so bemächtigte sich die Araber der Osthälfte (später entwickelte sich der Islam). Das antike Erbe ist ebenso ein Erbe der arabisch-islamischen Welt wie es unser Erbe ist. Es kommt eben darauf an, was man aus diesem Erbe macht. Und da hatten beide Tief- und Höhepunkte. — Hinzu kommt, dass grundlegende Konzepte wie Vernunft und dergleichen auch in ganz anderen Kulturen ähnlich entwickelt wurden, was auf deren Universalität hinweist. Vielleicht haben Sie schon einmal Vergleiche von Stoizismus und fernöstlichen Lehren gelesen. Die *völlige* Differenz von Kulturen ist eine kulturrelativistische Chimäre. — Einige Sätze aus Tillschneiders Konzept könnten auch von Grünen ausgesprochen worden sein, z.B.: “ Die islamische Kultur ist weder besser noch schlechter als die deutsche oder die europäische Kultur, sie ist anders“. Oder: „Gleiches Recht für alle Weltkulturen!“ — Ich hingegen möchte in aller Bescheidenheit der Meinung sein dürfen, dass unsere Kultur der islamischen Kultur, so wie sie sich derzeit darbietet, *überlegen* ist.

  6. Delmart Mike Vreeland sagt:

    Das Problem liegt einige Ebenen tiefer.

    Ohne die Finanzkrise von 2007, ohne die anschließende dramatische Zunahme der Überschuldung der Welt gäbe es weder eine Asylkrise noch eine aufgeheizte Diskussion Islam vs. Christentum.

    Religion war und bleibt das „Opium der Massen“.

    Das Weltfinanzsystem muss neu geordnet werden, um die wirtschaftliche Stabilität auf dem Globus wieder herzustellen. Dazu wurde das „Religionsskript“ abgespult. Warum? Es müssen „Schuldige“ her. Im Zuge der Neuordnung des monetären Systems werden viele Leute sehr viel Geld verlieren. In China wurden durch die Börsencrashs im letzten Jahr mehrere Billionen USD vernichtet. Nun erfolgt die Korrektur in Europa. Niemand kommt als „Schuldiger“ passender als eine Armada ungebildeter Afrikaner/Araber, die hier keiner braucht und die natürlich nur Kosten verursachen.

    Wer ein Mindestmaß an wirtschaftlichen Sachverstand besitzt, sieht in den aktuell niedrigen Spritpreisen die Vorboten der Korrektur in Europa. Die Welt geht nicht unter, keine Sorge. Allerdings verlieren viele Menschen viel Geld. Und, wer ist dann schuld? Natürliche diese Horden ungebildeter Asylanten.

    Die eigentlichen Schuldigen ziehen allerdings hinter den Finanzkulissen weiter die Strippen. Die Zockerei an den Börsen kostete den Steuerzahler Billionen Euro. Der Asylstrom bisher „nur“ zwischen 30 und 60 Milliarden pro Jahr. Ein Klacks im Vergleich. Aber derlei Details interessieren dann die Massen nicht mehr.

    Wenn die Steuern erhöht werden, die Krankenkassenbeiträge steigen usw., dann sind natürlich „die Asylanten“ Schuld. Das ist einfacher zu begreifen, einfacher zu fassen, einfacher zu hassen als die supersmarte Hochfinanz, die sich hinter Heerscharen von AGB’s und Gesetzen in den Steueroasen versteckt. Auch die alternativen Medien fallen mehrheitlich auf diese Schuldzuweisung herein und unterstützen unbewusst das „Religionsskript“.

    Neben dem „Religionsskript“ dient das „geopolitische Skript“ mit Syrien, Naher Osten, Ukraine, Fernost, der Erhöhung der Angstfieberkurve der Massen (ja, es geht auch um die Neuordnung der Energiereserven und Transportwege). Auf dem Höhepunkt, „kurz vorm nächsten großen Krieg“ (der natürlich nicht kommt) schreit jeder nach Sicherheit und akzeptiert jegliche Form von Überwachung. Perfekt inszeniert. Unterstützt durch das „Terrorskript“. Danach kann die große Abzocke von Staats wegen beginnen. Wer trägt daran dann die Hauptschuld in den Augen der Massen? Sie ahnen es …

    Es gibt ein schönes Buch „Wir alle spielen Theater“. Jeder Player spielt seine/ ihre Rolle. Jede Aktion ist „in etwa“geplant. Nichts in der Politik geschieht zufällig. Getreu der Hegel’schen Dialektik: ein Problem wird kreiiert, die Reaktion ist vorhersehbar, dann kann die (von Anbeginn feststehende) Lösung präsentiert werden, die ohne das konstruierte Problem niemals von den Massen akzeptiert worden wäre.. Es funktioniert seit Jahrhunderten.

  7. Henri Fox sagt:

    Mir fehlen die Worte, wenn ich diesen (entschuldigung) Unsinn von einem Islamwissenschaftler lese.

    Diesen beiden Sätzen kann ich voll zustimmen.:
    „“egon sunsamu sagt:
    *Dieser Satz von einem ausgewiesenen Islamkenner macht mich ratlos.* „“
    „“T. Franke sagt:
    *Fundamentaler Dissens! Das vorgestellte Konzept ist *genauso* falsch wie die Gleichmacherei. * „“

    Ich kann auch zustimmen, wenn Sie sagen, dass der Islam nicht zu Deutschland passt und ein sogen. Euroislam nicht funktionieren kann.

    Aber wie kann man diese menschenverachtende Kultur mit unserer (oder anderen) Kultur gleichwertig setzen ?

    „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten‘….“

    Wenn Sie sich zu unseren (universellen) Menschenrechten bekennen, wie können Sie dann solch einen Satz sagen:

    „Der Islam hat in seiner Heimat wie jede andere Weltkultur auch das Recht auf eine freie, selbstbestimmte Entwicklung nach eigenen Gesetzen.“

    Ist dann STeinigen in islamischen Ländern für Sie OK, solange es nicht bei uns üblich wird ?

    Alle 57 islamischen Staaten haben in der „Kairoer Erklärung“ die „Universellen Menschenrechte“ unter den Vorbehalt der Scharia gestellt.

    Welche Heimat hat der Islam ? Saudi Arabien, Pakistan, Tschetschenien, Indonesien ? oder evtl. auch“el Andaluz“ ?

    Nach islamischen Verständnis ist die ganze Welt seine Heimat !

    2. „Das Problem ist nicht der Islam, das Problem ist die multikulturelle Gesellschaft!“ ??

    Leider stimmt auch dieser Satz nicht.
    Das Problem der Menscheit hat 5 Buchstaben : ISLAM
    Das grösste Verbrechen der Menschheitsgeschichte.
    Multikulti ist auch ein Problem, weil es die Ausbreitung des Islam begünstigt.

    Ich bin gespannt auf denzweiten Teil….

  8. J. Wilharm sagt:

    Ich kann die Thesen von Herrn Tillschneider sehr gut nachvollziehen. Es steht uns nicht zu, andere Kulturen und deren Religion für grundsätzlich falsch zu halten oder gar zu meinen, unsere Kultur oder Religion sei überlegen oder, was noch schlimmer wäre, sie habe einen höheren Wert. Es steht uns hingegen sehr wohl zu, festzustellen, dass diese nicht zu unserer über Jahrhunderte gewachsenen und völlig anderen Kultur passen. Es steht uns auch zu, uns gegen eine Veränderung, Anpassung oder gar Assimilierung unserer eigenen Kultur, auch nur in Teilen, zur Wehr zu setzen. Wir haben jedes Recht der Welt, von Menschen, die sich freiwillig in unseren Kulturkreis begeben, eine Anpassung an unsere Kultur zu erwarten und sie auch zurückzuweisen, wenn sie dies nicht tun wollen. Religion ist etwas, das jeder nach Gutdünken in seinen eigenen vier Wänden ausüben kann, so viel und so lange er möchte. Religionsfreiheit ist sogar ein durch und durch preußischer und kluger Gedanke. Alle staatliche Gewalt und das gesellschaftliche Zusammenleben müssen jedoch davon unbeeinflusst sein.

  9. Es wäre gut und durchaus auch angezeigt, die Mitglieder der „Redaktion“ würden sich kurz vorstellen oder sich zumindest NAMENTLICH zu erkennen geben oder namentlich bezeichnet sein.
    Gunther Marko, Sulz am Neckar, Dienstag, 26. Januar 2016.

  10. Jens Maier sagt:

    Ganz so pessimistisch bin ich nicht. Ich halte es für möglich, dass sich der Islam wandelt. Was wäre aus Europa geworden, wenn nicht irgendwann ein Martin Luther aufgetaucht wäre?
    Dass die orthodoxen Kräfte in der islamischen Welt Auftrieb haben, hängt doch damit zusammen, dass man sich dort in einem Abwehrkampf wähnt. Das ist der verzweifelte Versuch, Veränderungen zu verhindern. Je mehr Muslime unter den Bedingungen der Freiheit leben, desto größer wird der Druck, Veränderungen im eigenen Lager herbeizuführen.
    Für uns muss es darum gehen, mit Entschlossenheit die eigenen Werte, die eigene Kultur und vor allem den Rechtsstaat zu verteidigen.
    Wir befinden uns im Krieg. Entweder gelingt es uns, Herr im eigenen Hause zu bleiben, oder wir werden uns deren Wertordnung unterwerfen müssen. Es gibt kein Dazwischen.

    • T. Franke sagt:

      @Jens Maier: Ja, im Prinzip kann auch der Islam eine humanistische Reform schaffen. Ansätze dazu gibt es in der Geschichte des Islam genug. Auch die Anfänge des Islam waren anders, als es die blutrünstige Legende erzählt. Zum Glück.

      Bei Reformern wie Mouhanad Khorchide sehe ich das schon verwirklicht (siehe bei amazon: Islam ist Barmherzigkeit). Allerdings setzen sich solche Ideen nicht so schnell durch, dass es uns wesentlich nützen würde. Das ist der Pferdefuß.

      Ein besonders interessanter Aspekt an religiösen Reformen ist der Einfluss der Politik: Luther konnte nur Erfolg haben, weil er politisch vom Kurfürst Friedrich dem Weisen gedeckt wurde. Es ist vielleicht so wie bei der Familienpolitik: Man kann natürlich niemanden vorschreiben, wieviele Kinder er haben soll, aber Anreize setzen: Das kann man. Nach demselben Schema könnte auch eine kluge Religionspolitik funktionieren.

  11. Klaus K. sagt:

    Was Europa kurz bis mittelfristig droht, das zeigt eine Analyse der deutschen Geheimdienste «zur Lage der Nation im Blick auf die heranbrandenden Flüchtlingswellen»:

    Angela Merkel hat keine «Kreide gefressen». Die Tatsachen haben sie und ihre Partei überrollt und aufgeweckt. Die Silvestervorfälle in Köln sind ein klares Fanal. Aufgeweckt aber hat die deutsche Regierung eine höchst vertrauliche «Schnell»-Analyse der deutschen Geheimdienste «zur Lage der Nation im Blick auf die heranbrandenden Flüchtlingswellen». Das Dokument zeichnet sich auch dadurch aus, daß es unverblümt – und ohne Rücksicht auf innerparteiliche Belange – ein umfassendes realistisches Bild der Ist-Situation und einen «Worst-Case-Ausblick» gibt. Was hier festgehalten ist, zeigt klar die Möglichkeiten, wie unsere europäische kulturelle und soziale Kultur in Kürze und nachhaltig aufgeweicht und dann konsequent zerstört werden könnte. Fanatiker haben uns den Krieg erklärt. Für den IS ist es klar: «Der nächste, entscheidende Kriegsschauplatz wird das gesamte Europa sein.»

    Der Bericht zeichnet auf, daß der IS in der Flüchtlingswelle des letzten Jahres 2015 nach Europa bis zu 200.000 potentielle Krieger nach Europa «verbracht» hat. Einschließlich von 20.000 bis 30.000 Schläfern, die jederzeit eingesetzt werden könnten. Und sie alle lassen sich von ihren erklärten Feinden beherbergen und bewirten. Setzt der Flüchtlingsstrom nach der wetterbedingten Bremse (stürmisches Meer und Kälte in Europa) im Frühjahr wieder auf dem Vorjahresniveau ein, so ist mit einem Zustrom von weiteren 200.000 potentiellen Kriegern zu rechnen. Kroatien ist wie ein offenes Eingangstor, vor Lampedusa betätigt sich die Marine als «Schleusertruppe», statt von militärischen Möglichkeiten Gebrauch zu machen. Und der griechischen Außengrenze hat die EU den Schutz ihrer eigenen Grenze, bizarrerweise für viele Euro-Milliarden (!), dem Nachbarstaat Türkei übertragen. Das alles ist nicht Meinungsmache von uns, sondern Inhalt der Geheimdienstberichte an die Berliner Regierung. Weltgeschichtlich wohl einmalig, wird entsprechend kommentiert.

    Die bisherigen «2015er-Einwanderer» haben das Terrain schon entsprechend vorbereitet, läßt sich zwischen den Zeilen lesen. «Europa ist für uns ein offenes Scheunentor, ein Schlaraffenland par excellence.»
    Nach einer weiteren Phase der «Überschwemmung von Europa» soll die zweite Stufe aufgebaut und zur gegebenen Zeit gezündet werden.

    Wir zeichnen hier das Worst-Case-Szenario für Sie auf, damit Sie die Bandbreite des Schreckens kennen, das der IS in Europa vom Zaune reißt, durchbomben und durchmorden will. Das Endziel des IS ist klar definiert: Eliminierung von Millionen von «Ungläubigen» und dann schrittweise Errichtung eines islamischen Staates! «Paris und andere Anschlagsorte waren ‹harmlose› Trainingsaufgaben für die Organisatoren», wird nüchtern festgehalten. Mit dem zweiten Flüchtlings-Tsunami ist auch die schrittweise Abwanderung der bereits tätigen IS-Armee aus Syrien nach Westeuropa (!) geplant.

    Quelle: «Vertraulicher Schweizer Brief», Nr. 1454 vom 12. Januar 2016

    Nachzulesen u. a. hier:
    http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2354

    Unter diesem Aspekt muß sich die Frage dringlicher denn je gestellt werden, ob sich eine „alternative“ Islampolitik für die nächste Zukunft als nicht schon obsolet erwiesen hat. Hier scheint es, wenn man der Analyse der deutschen Geheimdienste Glauben schenken darf, nicht mehr um eine Möglichkeit des friedlichen Nebeneinanders der beiden Kulturkreise zu gehen, sondern um den Versuch einer feindlichen Übernahme – und das nicht zum ersten Mal in der Geschichte.

    Hier eine erhellende Recherche-Arbeit zu dem Thema in 3 Abschnitten:

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/friederike-beck/wie-das-big-money-die-migrationskorridore-nach-europa-steuert-teil-i-die-international-migration.html

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/friederike-beck/das-netzwerk-fuer-migration.html

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/friederike-beck/betreutes-fliehen-george-soros-und-das-netzwerk-um-pro-asyl.html

  12. H. Schaaf sagt:

    Herr Tillschneider beschreibt hervorragend eine moralisch vertretbare und verteidigbare Haltung zum Islam.
    T.Franke hat recht, wenn er den Islam anklagt angesichts der schlimmen Menschenrechtsverletzungen in den von ihm beherrschten Ländern, und er und selbstverständlich jeder hat das Recht, die Stimme zu erheben.

    Hier in Deutschland, und dann in Europa kommt es aber darauf an, die richtigen Prioritäten zu setzen und die müssen zuerst darauf gerichtet sein, unsere Werte und unsere Kultur zu verteidigen. Das können wir umso konsequenter und moralisch begründet tun, je mehr wir auf der anderen Seite die Freiheit aller anderen Völker und Kulturen respektieren, nach ihren Wertmaßstäben und nach ihrer Vorstellung von Kultur zu leben.
    Das mit dem Respektieren und Akzeptieren ist sicher nicht einfach, aber schließlich eine unabdingbare Voraussetzung für eine friedliche Koexistenz.

    Herr Franke darf, wie wir sicher alle, der Meinung sein, daß die Zustände in Islamischen Gesellschaften schlimm sind, wir dürfen laut anklagen und auch Ratschläge geben, auch konsequent Handel und Kooperation an bestimmte Bedingungen knüpfen, aber letztlich muss jeder Mensch für sich selbst, jede Familie, jedes Dorf, jede Stadt, jedes Land selbst entscheiden können, welche Wertmaßstäbe und Regeln mit welcher Priorität zu besetzten ist.

    • T. Franke sagt:

      @H. Schaaf: Zwei Gedanken dazu noch:

      Die islamische Welt ist bekanntlich nicht monolithisch, auch dort gibt es modern denkende Menschen. Die Revolution in Ägypten wurde von dieser Schicht angestoßen, aber es waren noch zu wenige. Ich halte es für legitim, durch Entwicklungshilfe u.a. Maßnahmen darauf hinzuarbeiten, dass immer mehr Menschen in den Genuß von Bildung und Wohlstand kommen. Und dann auch moderner denken. Letztlich nützen wir uns damit auch selbst.

      Manchmal muss man / kann man vielleicht gerade deshalb militärisch eingreifen, damit jedes Dorf nach seinen Regeln leben kann. Im Irak z.B. wurden mit Kurden und Schiiten 80% der Bevölkerung unterdrückt. Das war damals natürlich nicht der Kriegsgrund für den Irak-Krieg und es kamen andere Problem hinzu, aber ich glaube schon, dass die Beendigung dieser Verhältnisse langfristig auch einen positiven Effekt haben kann. Ein Christ würde sagen: Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade.

  13. Heribert Eisenhardt sagt:

    Wir machen hier Unsers und Ihr macht da Euers, und ansonsten lassen wir uns alle schön in Ruhe. Dieser Ethnopluralismus ist, auch im Sinne der Subsidarität, für mich grundsätzlich ok, denn ich neige nicht zur Weltenrettung. Nur ist er eher „reine Lehre“ und nicht pragmatisch, hinsichtlich der Frage: Was denn tun, mit den Massen hier eigentlich nicht hingehörender Muslime, die kaum integrierbar sind und oft sogar bereits (z.B. als Libanesen-Clan) deutsche Staatsbürgerschaft haben. Deshalb denke ich, sollte eine Verwestlichung des Islams hier bei uns nicht vorschnell ad acta gelegt werden. Ich kenn die Einwände dazu auch so ziemlich alle: Taqiyya etc. pp. bzw. „das machen doch kaum welche“.
    Aber die Alternative dazu, den Moslems überhaupt keine denkbare Perspektive hier aufzuzeigen und dann bitte allen den Rückflug anzubieten, das lässt sich mit diesem deutschen (weitgehend Pussy?)-Volk eh nicht durchsetzen, das wären m.E. NPD-ähnliche Allmachtsphantasien, da muß eine AfD ein anderes geistiges Niveau anstreben. Meine Vorstellungen gehen in diese Richtung: Keine Anerkennung als Körperschaft öffentlichen Rechts ohne strikte Forderungen des Staates nach Aussetzung aller Teile des Korans etc. pp die grundgesetzwidrig sind für diese islamischen Vereinigungen (und jeweils nur für deren namentlichen Mitglieder) Das kann man dann Euroislam oder xyz nennen, das ist nebensächlich. Alle die das nicht tun wollen, sind zumindest vom Verfassungsschutz zu beobachten. Erklärtes Ziel für diese Personen sollte die Ausreise sein, aber es muß rechtsstaatlich ok sein.

    • M.Wohlfarth sagt:

      Hans Thomas Tillschneider deckt auf, daß die Multikulturalisten und Globalisten im Grunde weder die eigene Kultur und Religion, noch die des Islam kennen und respektieren. Der Markt – auch der Markt der Religionen und der Beliebigkeiten ist ihr Götze. Tillschneiders identitärer Ansatz erweist Eigenem und Fremden Respekt. Und doch ist dieser identitäre Ansatz nicht stimmig und nicht ausreichend.

      Warum?
      1. Können wir, um vom Islam unbehelligt zu bleiben, die Welt geographisch in kulturelle Biotope einteilen und gleichmütig zusehen, wie die Muslime schwer unter dem Islam leiden, wie er in seinen Ländern immer wieder Elend, Unterdrückung und fanatisches gegenseitiges Morden hervorbringt, Menschen versklavt und seiner Jugend keine Perspektive gibt, weil er nicht dazu fähig ist?

      Der Respekt vor einer anderen Person und seiner Kultur ist Voraussetzung für die Begegnung. Aber für Boko Haram oder den IS kann es keinen Respekt, sondern nur Mitleid, christliche Mission und staatliche Bekämpfung/ Abwehr geben. Wenn wir sehen, daß die Muslime die sind, die am meisten unter der islamischen Identität und Kultur leiden, müssen wir uns eingestehen, daß bestimmte christlich – abendländische Werte universell gelten und nicht nur in geduldige UN –Papiere Eingang fanden, sondern auch in unsere Gewissen. Andernfalls könnten wir auch Touris-musreisen zum Begaffen der letzten Menschenfresser beim Festessen organisieren.

      2. Der von Hans Thomas Tillschneider aufgezeigte identitäre Ansatz ist zunächst einleuchtend, widerspricht sich aber doch selbst eklatant. Er ignoriert nämlich einen entscheidenden, aber unverstandenen und unbequemen Teil der Identität beider Kulturen. Weder abendländisch – christliche Identität noch islamische Identität kann sich ohne den Auftrag für die ganze Menschheit verstehen. Wollen wir also Muslimen mit Respekt begegnen, können wir den universellen Herrschaftsanspruch des Islam nicht ignorieren. Es kann kein Biotop geben!

      Wäre die Mission nicht auch Teil der christlichen Identität und Agape, die den Schatz, den sie gefunden hat nun unter keinen Umständen für sich behalten kann und darf, dann hätte es nie so etwas, wie das christliche Abendland gegeben. Wirkliches Christsein ist ein Überwältigtsein von der Gnade, Liebe und Heiligkeit Gottes in Jesus. Daß die Kirchen das Evangelium oft verdunkelten (wie heute auch) und Macht und Zwang ausübten, hat im Gegensatz zu Scharia und Dschihad im Islam jedoch keine Legimitation in den Lehren Jesu und der Apostel. Auch wenn es in Europa nur noch eine Minderheit von praktizierenden Christen gibt, so hat der universelle Wahrheitsanspruch Jesu doch auch in der säkularen westlichen Welt Spuren hinterlassen. Den aus christlich – abendländischen Werten entsprungenen Menschenrechten der UN wird universelle Geltung zugemessen.

      3. Zur Identität des Abendlandes gehört das Telos – das Ziel der Geschichte. Die apokalyptischen Texte der Bibel sprechen von den Völkern, die Christus bei seinem erneuten Erscheinen richten wird. Die Gemälde der alten Meister sind Zeugnis dafür, wie sehr das Abendland um die „letzten Dinge“ kreiste. Der Antichrist erscheint als eine globale Erscheinung, ebenso, wie die Hure Babylon, das Tier und der falsche Prophet. Mit dem 19. Jahrhundert betrat der Marxismus als säkularer Reich – Gottes – Glauben (im Namen der Vernunft)die Bühne der Weltgeschichte. Wie der Islam nahm er den universellen Heilsanspruch des Christentums nun für sich in Anspruch und verfolgte und unterdrückte Christen auch ebenso, wie der Islam es immer tat.
      Kurz, die kulturelle deutsche Identität, sofern sie nicht bei Bratwurst und Oktoberfest stehenbleibt, kommt nicht ohne eine positive Auseinander-setzung mit dem universellen biblischen Gedankengut unserer Väter und Vorväter aus.

      Ps.: Der wesentliche Impuls der Bibel ist die Gottesebenbildlichkeit und damit unerhörte Würde jedes Menschen. Daraus folgt die unerhörte Freiheit des Menschen. Aus der Freiheit ergibt sich das Recht, Dinge – auch religiöse oder kirchliche-in Frage zu stellen und die Vernunft zu gebrauchen. Die Vernunft gebietet allerdings auch, sich selbst und ihre Kriterien zu hinterfragen. Die Vernunft machen nur einfache Gemüter zu ihrem Gott. Die Quantenphysik würde bei ihnen durchfallen, ebenso wie viele andere Erfahrungen, die nur dann vernünftig erscheinen, wenn man seinen verengten Horizont erweitert hat.

      Ps.: Historiker sagen uns, daß es nie eine Mehrheit im Klerus der Kirche gab, die an eine Erde als Scheibe glaubte. Die Kugelgestalt ist schon seit der Antike bekannt und wurde von Ptolomäus vertreten. Wicki:
      „Die Annahme, dass insbesondere die mittelalterliche Christenheit an eine Erdscheibe geglaubt habe, wird von der Historical Association of Britain als weitverbreiteter historischer Irrtum aufgelistet.[1] Neuere Untersuchungen insbesondere seit den 1990er Jahren zeigten,[2] dass „außer sehr wenigen Ausnahmen seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. keine gebildete Person in der Geschichte des Westens glaubte, die Erde sei flach“, und dass die Kugelgestalt der Erde stets die dominante Lehrmeinung blieb.[1] Die moderne Fehlannahme, dass der mittelalterliche Mensch an eine scheibenförmige Erde glaubte, fand demnach erst im 19. Jahrhundert Verbreitung, vor allem aufgrund von Washington Irvings Erzählung Das Leben und die Reisen des Christoph Columbus (1828).[1] “

      Matthias Wohlfarth

      • T. Franke sagt:

        @M. Wohlfahrt:

        Ich danke Ihnen für Ihre interessanten Ausführungen.

        Sie haben Recht: Die Vernunft sollte man sich nicht zum Gott machen. Die Vernunft ist gewissermaßen ein Werkzeug, und als solches unbestechlich. Aber ob man die Vernunft überhaupt gebraucht, und mit welchem Input man seine Vernunft füttert, das sind Fragen, die nicht allein von der Vernunft entschieden werden können. Es hat auch jeder Mensch Augen, aber nicht jeder macht sie auf 🙂

        Ich bestätige Ihre Ansicht, dass die Erkenntnis, dass die Erde eine Kugel ist, im Mittelalter durchgängig vorhanden war. Die wahrhaft „dunkle“ Phase, wo auch solches Wissen vorübergehend verloren ging, war eher der Übergang von Spätantike zu Mittelalter. Ein einzelner Vertreter dieses Irrtums ist Kosmas Indikopleustes.

        Aber bei den frühmittelalterlichen Vertretern der Schule von Chartres ist das Wissen um die Kugelgestalt der Erde eine Selbstverständlichkeit.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Kosmas_Indikopleustes
        https://de.wikipedia.org/wiki/Schule_von_Chartres

    • T. Franke sagt:

      @Heribert Eisenhardt: Das ist ungefähr auch meine Überlegung. Es gibt keinen Grund, warum wir echten Reformern die Tür vor der Nase zuschlagen sollten. Sie werden zwar nur einen Teil des Problems lösen, aber immerhin. Am Ende werden wir eine Gesamtlösung ohnehin nur durch viele Teillösungen zustande bringen. Eine andere Teillösung, die nicht alles lösen wird, ist eine Reform der Sozialgesetzgebung. — Außerdem stärken wir unsere politische Position, wenn wir Muslimen einen Ausweg aufzeigen können, selbst wenn nur wenige den Ausweg der Reformen wählen. Denn wenn sie den Ausweg nicht mitgehen, können wir dann sagen: Wir haben ihnen goldene Brücken gebaut, und sie hätten gekonnt, aber sie wollten nicht.

  14. Bernd sagt:

    Wer glaubt, dadurch glaubhaft zu sein, indem er lügt glaubhaft zu sein, ist nicht glaubhaft.
    Bernd Wulf
    Wenn Dummheit greifbar wäre, dann wäre der Dumme längst vergriffen.
    Bernd Wulf
    Schlau zu sein und und so zu tun als wäre man dumm, ist immer besser als andersherum.
    Bernd Wulf
    Nur der Starke zeigt Schwäche, aber nur weil es weiß, dass er stark ist.
    Bernd Wulf
    Zukunft ist Wunsch, Gegenwart ist real.
    Bernd Wulf
    Der Mutige ist nur mutig, weil er denkt, andere könnten noch mutiger sein.
    Bernd Wulf
    Der Glaube ist alles, Nichtglaube ist nichts.
    Bernd Wulf
    Krieg ist die Fortsetzung des Friedens mit anderen Miiteln.
    Bernd Wulf
    Menschen sind Tiere ohne Gehirn
    Bernd Wulf
    Kein Mann hat Manieren, es sei denn er trifft eine Frau
    Bernd Wulf
    Einige Auszüge aus meinem schier unerschöpflichen Reservoir.
    Ich bin ein entschiedener Freund der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe.
    Die Herzen der Menschen erobern heißt, ihre Güte zu spüren.
    Bernd Wulf

  15. Bernd sagt:

    Das Thema Islam, sollte jetzt eigentlich erschöpft sein, denn so wie ich meine sollte sich die AfD vor allem damit beschäftigen, in ihrer Argumentation nicht zu sehr markige Worte einzusetzen. Es geht darum die Menschen in Deutschland zu überzeugen, dass Deutschland einen Politikwechsel braucht.
    Es ist vor allem wichtig gut vorbereitet in öffentliche Diskussionen zu gehen, das habe ich gestern bei Maischberger, von Frau Petry vermisst. Das muss sich auch Frau Petry eingestehen.
    Ich denke, dass wenn man die deutsche Asylpolitik kritisiert, sollte man in der Lage sein auch Fakten und Gesetzesauszüge des GG und des deutschen Asylgesetzes zu zitieren.
    Es wird auch wichtig sein, da der politische Gegner solche Worte, wie z.B. Moral, Kriegsflüchtlinge, Schutzsuchende, auf seiner Seite hat, hier Alternativen zu finden, die trotzdem dazu führen in der Argumentation die Herzen der Menschen zu erobern.
    Hier spielt natürlich auch gerade die Psychlogie eine wichtige Rolle.
    Manchmal ist eben weniger mehr und manchmal ist noch weniger viel mehr.
    Eine erfolgreiche und überzeugende Argumentation gegen den Widerstand der Gesprächsteilnehmer, kann nur Gelingen, wenn entsprechende Strategien ausgearbeitet wurden.

    • T. Franke sagt:

      @Bernd:

      Frauke Petry hat es sozusagen „psychologisch“ richtig gemacht, aber sie hätte z.B. der These von Stegner widersprechen können, dass die Merkel-Migranten einen Anspruch auf individuelle Asylprüfung haben.

      Grundsätzlich haben Sie aber völlig Recht: Erst wenn die Leute sagen, dass sie AfD wählen, damit wieder mehr Menschlichkeit regiert, und die kaltherzigen Merkels und Stegners verschwinden, erst dann haben wir wirklich gewonnen.

      Deshalb sollte man so auch argumentieren, und man kann es mit Recht: Was Merkel und Stegner vertreten, ist in der Tat inhuman — man muss es nur aufzeigen. Und was die AfD vorschlägt, hilft den Bürgerkriegsflüchtlingen wirklich!

  16. Bernd sagt:

    T. Franke:
    Da es in Fernsehtalk Shows gerade auch immer darum geht die AfD zu „dämonisieren und zu entlarven“, kann und muss die AfD natürlich auch gleiches gegenüber den Altparteien unternehmen. So hat Armin Laschet von der CDU bei Phönix im Streitgespräch mit Helmut Markwort gesagt, dass alle Flüchtlinge, sobald es in ihrer Heimat sicher ist, alle wieder nach Hause geschickt werden. Das war im Oktober 2015.
    Solche entlarvenden Aussagen müssen dann mit eingebracht werden.
    Und wenn Herr Stegner einen sogenannten Steckbrief von der AfD Jugend hochhält. Wo ist das Problem ? Dann gibt es hier ein großes Reservoir von Hetzreden von anderen im Bundestag vertretenen Parteien.
    Besser ist die inhaltliche Auseinandersetzung, aber darum geht es den Regierungsparteien nicht. Also alles was dazu beiträgt die Altparteien zu entlarven, muss vorgebracht werden. Fernsehen ist das Medium, wo es zum Geschäft gehört, schmutzige Wäsche zu waschen.

  17. Also da sind viele ganz richtige Gedaanken dabei.
    In zwei Punkten möchte ich allerdings doch widersprechen.

    1.) „Jeder macht in seinem geografischen Bereich was er will“. So ein Gedanke hatte zu Goethes Zeiten eine gewisse Berechtigung, siehe dazu das Zitat aus dem Osterspziergang im Faus: „wenn weit hinten in der Türkei die Völker aufeinander schlagen“. Für heute kann das so nicht mehr gelten, mindestens durch die modernen Medien sind die geografischen Regionen eng zusammengerückt. Wir erleben also hautnah täglich, was in der muslimischen Welt geschieht und umgekehrt. Da kann dann niemand mehr sagen, das geht mich doch nichts an, lass die doch machen (z.B. Steinigung).

    2.) Euro-Islam. Den Versuch müssen wir ernsthaft doch machen, schon, weil wir den bei uns lebenden Moslems ein Angebot machen müssen. Das wird nicht einfach sein, denn viele Muslime werden sagen, ohne den Aufruf zum Dschihad ist der Islam ein richtiger Islam. Den Versuch müssen wir trotzdem machen, fordern auch manche Kritiker aus dem Islam selbst, dann können sich unsere Muslime entscheiden, und wer dann doch den dauernden Dschihad vorzieht, der muss dann einer terroristischen Vereinigung zugerechnet werden.

    • T. Franke sagt:

      @Peter Würdig:

      Zustimmung in beiden Punkten.

      Die Welt ist insbesondere auch militärisch durch die Raketen-Technologie zusammengerückt. Es kann uns leider nicht egal sein, welche Rüstungsprojekte im Iran und anderswo betrieben werden. Da brauchen wir einen gesunden Egoismus.

  18. Siegmar Baumgärtel sagt:

    Vielen Gedanken des Autors kann man zustimmen, manches darf man aber auch anders sehen. Einige Anmerkungen seien deshalb erlaubt:
    Diese Relativierung im Sinne einer Gleichsetzung negiert die menschliche, kulturelle und religiöse Entwicklung, die Europa, Amerika und die gesamte westliche Welt durchlaufen haben. Gleichsetzen kann man die heutige islamische Welt mit der christlichen bis zum 17. Jahrhunderts. Ich meine damit nicht die technische Entwicklung, die der Ölboom brachte, sondern die humanistische, aufgeklärte, tolerante, (Geschlechter-)gleichberechtigte Entwicklung, die der westlichen Welt 400 Jahre hinterherhinkt. Ignoriert man diese Entwicklungsunterschiede und spricht nur von zwei Seiten derselben Feindlichkeit, hätten wir ja geradezu 400 Jahre umsonst durchlaufen!
    Die Globalisierung führt seit Jahrzehnten nicht mehr zu (größeren) Kriegshandlungen, ausgenommen innerhalb der islamischen Welt sowie zwischen dieser und der sogenannten westlichen!
    Die wirtschaftliche und rechtliche Globalisierung muss nicht zwingend die erhaltenswerte kulturelle Verschiedenheit beeinträchtigen oder gar vernichten. Nur sehe ich beim gegenwärtigen System des politischen Islam wenig Erhaltenswertes, da sehr vieles mit unseren Werten gar nicht vereinbar ist. Mit kultureller Vielfalt haben die Unterdrückung von Frauen, von sexuell von der Norm abweichenden sowie religiös anders eingestellten Menschen rein gar nichts zu tun! Wenn Fremdes nur „anders“ wäre, bräuchte man nicht darüber diskutieren, aber der Islam ist kulturell und als Gesellschaftsmodell ziemlich rückschrittlich, und vor allem intolerant! Insofern sollte man sich nicht einer Wertung enthalten. Richtig ist, dass wir uns weniger in deren Welt einmischen sollten, dafür aber alle intoleranten Seiten des Islam von Europa fern halten müssen.

  19. Dr. Martin Schlobies sagt:

    Aloys Sprenger, Das Leben und die Lehre des Mohamad, Berlin, Nicolai, 2. Auflage, 1864
    (wörtliche Zitate in Anführungszeichen!)

    „Die einzige Erwerbsquelle, welche allen Muslimen offenstand, war Raub. Sie wählten sie und der Islam wurde zur Religion der Aggression.
    Die Karawanen der makkanischen Kaufleute waren das natürliche Ziel der muslimischen Räuberbanden.“
    Mohammad hat, um den Muslimen zu Geld zu verhelfen, geplant, Karawanen von Muslimen überfallen zu lassen. Dies war damals “ … nichts Neues in Arabien, wo nach der öffentlichen Meinung Raub völkerrechtlich berechtigt ist“. Die ersten Raubzüge dieser Art schlugen fehl.
    Erst die sogenannte Schlacht bei Badr 623 war erfolgreich. Auch diese wurde herbeigeführt durch einen geplanten Überfall der Muslime auf eine korayschitische Karawane.
    Mohammad hatte die Vorteile einer geübten Infanterie in schwerer Rüstung bald begriffen, und „predigte seinen Kriegern stets passiven Widerstand und Ausdauer. Allein jede Taktik ist nutzlos ohne Disciplin. Diese Disciplin aber verdankten die arabischen Heere (vor allem die späterer Zeiten) dem Islam.“
    Mohammad versammelte 310 Mann, zwei Pferde, und 70 Kameele, die Korayschiten 950 Mann, 100 Pferde und 700 Dromedare.
    „Mohammad hat großen moralischen Mut, ja Tollkühnheit bewiesen, indem er zu so ungleichem Kampf vorrückte. Aber seine Nerven waren schwach und das Schauspiel war ihm neu. Er verfiel in eine Katalepsie. Nachdem er sich erholt hatte, betete er unter großer Bewegung.“

    In der Schlacht bei Badr verloren die Moslime „den ganzen Tag hindurch nur vierzehn Mann, die Korayschiten hingegen siebenzig. Die Hauptverluste ereigneten sich erst am Abend beim allgemeinen Angriff und auf der Flucht.“

    Dazu wurde offenbart: „Die meisten Muslime wünschten Beute zu erringen, ohne sich Gefahren auszusetzen; Gott aber wollte, (Kor. 8.7 ) daß das Recht durch seine Worte siegreich sein und die Brut der Ungläubigen ausgerottet werden soll.“ – Dies wurde zu einer Zeit offenbart, als die Zahl der Muslime nur einige Hundert betrug! „Daß die Brut der Ungläubigen ausgerottet werden soll.“