Anträge zum Parteitag #4 Deutsche Leitkultur

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Apr 27, 2016 Kommentare deaktiviert für Anträge zum Parteitag #4 Redaktion

Deutsche Leitkultur

Liebe Freunde des Flügels,

im Vorfeld des 5. Bundesparteitages der Alternative für Deutschland in Stuttgart hat sich DER FLÜGEL vorgenommen, ausgewählte Änderungsanträge zum Leitantrag Grundsatzprogramm unserer Partei vorzustellen. Unser Auftrag im Geiste der Erfurter Resolution lautet nach wie vor, unserer Partei das Gepräge einer echten, grundsätzlichen Alternative zur gescheiterten Politik der Altparteien in Deutschland zu geben. Die hier vorgestellten Anträge, so unsere Überzeugung, ver­voll­komm­nen die bereits in vielerlei Hinsicht ausgezeichnete Leistung der Bundesprogrammkommission in diesem Sinne.

Den Anfang unserer Vorstellungsreihe machte am 17. April ein Antrag zur Änderung der Präambel. Im Anschluss wurde ein Antrag zur Änderung der Bestimmungen über das Waffenrecht im Grundsatzprogramm vorgestellt. Schließlich stellten wir am vergangenen Sonntag vier Anträge zum Themenbereich Außen- und Sicherheitspolitik vor, die ebenfalls für eine lebhafte Diskussion sorgten.

Wenige Tage vor Beginn des Bundesparteitages möchten wir uns noch einmal zu Wort melden und einen letzten Antrag zum Grundsatzprogramm vorstellen. Wie schon beim Antrag zum Waffenrecht, stammt auch diese Forderung aus der Feder unseres Freundes Dr. Hans-Thomas Tillschneider. Tillschneider wurde im letzten März als Direktkandidat zum Mitglied des Landtags Sachsen-Anhalt gewählt. Er erzielte im Wahlkreis Bad Dürrenberg-Saalekreis 30,9 Prozent der Erststimmen.

Der beigefügte Antrag fordert eine Überarbeitung des Absatzes „Deutsche Leitkultur statt Multikulturalismus“ im Bereich Kultur, Sprache und Identität des Grundsatzprogramms und lautet wie folgt:

Der Parteitag möge beschließen:
Der Abschnitt „7.2. Deutsche Leitkultur statt Multikulturalismus“ auf Seite 32, Zeile 12 des Leitantrags wird gestrichen und zur Gänze durch folgenden Abschnitt ersetzt:

„7.2. Deutsche Kultur statt multikulturellem Einheitsbrei

Die Alternative für Deutschland bekennt sich zur deutschen Kultur, wie sie über die Jahrhunderte im Herzen Europas gewachsen ist. Unsere deutsche Kultur zeichnet sich aus durch: unsere deutsche Sprache; die Einflüsse des Christentums und der römischen Kultur während des Mittelalters; die durch Martin Luther angestoßene Reformation, in der unsere Anlage zu kritischem, gründlichen Denken historisch wirkungsmächtig wurde; die kantische Aufklärung und vor allem den deutschen Idealismus als Ausdruck einer typisch deutschen Weltsicht; die deutsche Romantik mit ihrem Sinn für die kulturelle Eigenart der Völker und ihrer Skepsis gegenüber Fortschrittsgläubigkeit, Ökonomisierung und Machbarkeit; der bismarcksche Sozialstaatsgedanke. Diese und viele andere Tendenzen und Strömungen machen das aus, was wir in einem tieferen Sinne ‚deutsch‘ nennen.
Wir achten alle Kulturen dieser Welt als verschiedenartige Möglichkeiten des Menschseins. Der Begriff der sog. ‚multikulturellen Gesellschaft‘ aber ist ein Widerspruch in sich, weil mehrere Kulturen, sobald sie in einer Gesellschaft aufeinander treffen, entweder in einen Bürgerkrieg verfallen oder zu einem grauen Einheitsbrei verschmelzen und von einer kulturellen Vielfalt nicht mehr die Rede sein kann. Wir lehnen dieses von oben verordnete Gesellschaftsexperiment ab. Unsere deutsche Kultur soll sich frei und selbstbestimmt nach ihren eigenen Gesetzen und Anlagen entwickeln!“

Begründung:
Der Abschnitt in der vorliegenden Form benennt das römische Recht, die religiöse Überlieferung des Christentums und die wissenschaftlich-humanistische Tradition als die drei Quellen der deutschen Leitkultur. Es handelt sich dabei um drei Kulturgüter, die zwar einen gewissen Einfluß auf die deutsche Kultur ausgeübt haben, aber gerade nicht ihr Wesentliches ausmachen. Das römische Recht hatte unbestritten einen gewissen Einfluß auf Teile des Privatrechts, selbst innerhalb des Privatrechts aber sind das Sachenrecht, das Familienrecht und das Erbrecht eher von der germanischen Tradition geprägt. Die religiöse Überlieferung des Christentums übergreift seit jeher die Nationalkulturen und kann damit nicht als spezifisch deutsch gelten. Ebenso die wissenschaftlich-humanistische Tradition. Die Forderung 7.2. im Leitantrag des Bundesvorstandes versucht, uns Charakteristika der sog. westlichen Welt als Essenz deutscher Kultur unterzujubeln und die deutscher Kultur so klammheimlich in einer westlichen Einheitskultur aufzuheben: Diesem Ansinnen widersetzen wir uns mit Entschiedenheit und orientieren uns an dem, was mit Fug und Recht als deutsch gelten kann: die deutsche Sprache, die deutsche Romantik, der deutsche Idealismus.

 

Für den Fall, dass Sie am Bundesparteitag teilnehmen, würden wir uns natürlich freuen, wenn Sie diesen Anträgen Ihre Stimme geben und dadurch unserer Partei das Gepräge einer grundsätzlichen Alternative geben. Ebenso freuen wir uns auf eine angeregte Diskussion im Kommentarbereich.

DER FLÜGEL