Prinzipien alternativer Islampolitik II von Dr. Hans-Thomas Tillschneider

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Jan 31, 2016 7 Comments ›› Redaktion

Kommentare

  1. Arthur Watermann sagt:

    Der Text in seiner Gesamtheit ist für eine Diskussion viel zu lang.
    Eine Orientierung läßt sich nur mit Mühe erschließen.
    Es fehlt der durchschlagende Gedanke.

    Überhaupt nicht in den Blick kommt der wertorientierte säkulare Staat, der jede Religion zur Privatangelegenheit werden läßt. Das Gebot der Humanität ist kein exklusives Recht des Christentums, wobei man schon weite Strecken seiner politischen Geschichte außer Acht lassen muß.

    Die Forderung nach Abschaffung der Kirchensteuer für die christlichen Kirchen wäre da nicht nur eine revolutionäre Forderung, sondern würde auch den Islam, so er sich als politische Waffe darstellt, in einem anderen Licht erscheinen lassen.

    Wer eine grundlegende politische Umgestaltung will, muß auch den Blick auf die politischen Verwerfungen im Innern richten.

    Arthur Watermann

  2. T. Franke sagt:

    Der zentrale Punkt ist, dass Religionsfreiheit natürlich nicht schrankenlos gelten kann, sondern immer das Grundgesetz als Schranke hat. Eine Religionsfreiheit gegen das Grundgesetz kann es nicht geben (und gibt es rechtlich tatsächlich auch nicht). Ergo können nur solche Religionsgemeinschaften sich hier etablieren, die sich konsequent dem Grundgesetz verbunden fühlen. Wer das nicht kann, gehört verboten. Soweit das „Recht“.

    Die Kultur hinter dem Grundgesetz ist christlich-humanistisch. Insofern das GG weltanschauungsneutral sein will, auch „nur“ humanistisch. Damit ist auch kulturell die Grenze definiert, welche Religionsgemeinschaften hierher gehören: Nur solche, die sich dem humanistischen Denken geöffnet haben. In diesem Sinne würden auch christliche Sekten, die das ablehnen, nicht hierher gehören. Soweit die „Kultur“.

    Ich denke, dass man Recht und Kultur nicht gegeneinander ausspielen sollte, beide sind aufeinander bezogen.

    Die Kultur steckt bereits in unserem Recht drin. Man sollte sich insbesondere nicht der Lüge auf den Leim gehen, dass unser Recht einem traditionalistischen, nicht-reformierten Islam hilflos und hypertolerant gegenüberstehen würde. Das wird uns von unseren Gutmenschen-Politikern nur suggeriert. In Wahrheit ist unser Grundgesetz ein scharfes Schwert. Man muss es nur führen wollen (aber daran hapert es ja bei den derzeit Herrschenden auch sonst an allen Ecken und Enden).

    Insofern implizite Zustimmung zu diesem Satz: „Jede Berufung auf die Religionsfreiheit muß unter den stärkstmöglichen Kulturvorbehalt gestellt werden.“ — Nur dass der Kulturvorbehalt natürlich selbst als Recht zu fassen ist (bzw. bereits jetzt als Recht gefasst ist und nur endlich einmal angewendet werden sollte).

    Zustimmung: Kopftuchverbot in Schulen, Unis, Behörden, Arbeitsplätzen allgemein. Ausweisung von Funktionären mit unpassender Ideologie. Kappung der Verbindungen zu Herkunftsstaaten. Österreich ist hier fortschrittlicher als wir. Und Einwanderung muss kulturell passen: Ja. Das schließt Muslime allerdings nicht prinzipiell aus. Und Christen nicht prinzipiell ein. Gerade unter orientalischen Christen gibt es bisweilen auch Ehrenmorde: Das passt auch nicht.

    Ich stimme übrigens dafür, dass die christlichen Kirchen ihre Privilegien weitgehend verlieren. Man überlege mal: Kirchensteuer? Staatsleistungen an die Kirchen wegen Enteignung von 1806? Ein Platz im GEZ-Rundfunkrat? Konfessioneller Religionsunterricht? Das alles ist so veraltet wie die GEZ-Gebühr. Zu einer Reform des Religionsunterrichtes siehe z.B. dieses Papier:
    http://www.thorwalds-internetseiten.de/weltbild-humanismus-schule.htm

    Gegen die Ablehnung des Menschrenrechtsuniversalismus hatte ich bereits bei Teil 1 argumentiert. Dazu sage ich hier nichts mehr.

    Ich plädiere dafür, den Islam nicht monolihisch zu betrachten, sondern besser auf der Ebene von konkreten Religionsgemeinschaften zu argumentieren. So wie es „das Christentum“ in konkreter Form auch nicht gibt, sondern eben verschiedene Kirchen.

    Das Wort „orthodox“ zur Bezeichnung eines Islam, der nicht zu uns passt, halte ich für unglücklich gewählt. „Orthodox“ bedeutet „rechtgläubig“, und was „rechtgläubig“ ist, sollte dem Außenstehenden egal sein. Ist ein Muslim rechtgläubig, wenn er alle Legenden über Mohammed glaubt? Oder ist ein Muslim rechtgläubig, wenn er erkannt hat, dass das nur Legenden sind, und Mohammed etwas anders war? — Ich plädiere statt dessen für den Begriff „Traditonalismus“ im Sinne des folgenden Thesenpapiers, wie man das Islam-Problem richtig fassen soll:
    http://www.thorwalds-internetseiten.de/weltbild-humanismus-islam.htm

  3. Siegmar Baumgärtel sagt:

    „Das Problem am Islam ist nicht, daß er eine Religion ist; das Problem am Islam ist, daß er – aus unserer Sicht – eine fremdkulturelle Religion ist.“
    Das trifft nicht ganz den Kern: das Problem ist, dass der Islam eben keine (reine) Religion ist, sondern ein totalitäres und zudem „fremdkulturelles“ Gesellschaftsmodell, eine Symbiose aus Religion und Diktatur.

  4. M.Wohlfarth sagt:

    Zustimmung und Kritik:

    1.
    „Wenn das Problem nicht der Islam ist, sondern die Präsenz des Islams in Deutschland, dann liegt ein Schlüssel zur Lösung des Islamproblems in der Einwanderungspolitik.“

    Ja, einige der genannten Maßnahmen für den Umgang mit dem Islam i n D e u t s c h l a n d sind nötig und möglich, wenn die Klarsicht und das Grundgesetz die politische Mehrheit bekommt. Der Islam hört aber trotzdem nicht auf, ein Problem zu sein, nur, weil wir ihn uns ein wenig vom Hals halten.

    2.
    „Wenn wir von dem Islam einen Reformschritt fordern, dann ist es die Aufgabe seiner auf Weltherrschaft gerichteten Expansionstendenz. Der Islam muß anerkennen, daß die Gebiete in Nordafrika und dem Vorderen Orient sein traditionelles Gebiet darstellen, in dem er sich frei entfalten kann, während er sich in den übrigen Weltregionen den dort herrschenden Gepflogenheit fügen muß. Für eine Welt der Kulturen und Nationen, gegen die graue Einheitswelt der Globalisten!“

    Der Islam wird gar nichts anerkennen, was für eine Träumerei!! Weil er sich sicherlich von niemandem auf der Welt seinen Islam = Unterwerfungs – Anspruch ausreden lassen wird. Er würde seinen eschatologischen Kern aufgeben und den vom Christentum übernommenen und gewaltper-vertierten Aspekt der Sendung in die Welt. Auch das echte Christentum wird nie beliebig werden, wie es die zeitgeisterlegenen Kirchenfunktionäre anstreben.

    Politische und rechtliche Antworten sind wichtig, aber sie reichen nicht. Wenn wir die maßgebliche kulturelle und sinnstiftende Quelle für Menschenwürde/Recht und Freiheit weiter versiegen lassen, dann verwelken die Früchte an dem Baum unserer Rechtskultur rasant weiter.
    Wer Leiden, Unrecht und Unheil in der islamischen Kultur (oder auch in unserer eigenen) nicht fatalistisch hinnehmen kann, weil er ein Herz und ein Gewissen hat, der wird im hier diskutierten Beitrag viel Brauchbares finden, aber es wird ihm nicht genügen.

    Können wir, um vom Islam unbehelligt zu bleiben, die Welt geographisch in kulturelle Biotope einteilen und gleichmütig zusehen, wie die Muslime schwer unter dem Islam leiden, wie er in seinen Ländern immer wieder Elend, Unterdrückung und fanatisches gegenseitiges Morden hervorbringt, Menschen versklavt und seiner Jugend keine Perspektive gibt, weil er nicht dazu fähig ist? Wenn wir sehen, daß die Muslime die sind, die am meisten unter der islamischen Identität und Kultur leiden, müssen wir uns eingestehen, daß bestimmte christlich – abendländische Werte nicht nur in geduldige UN –Papiere Eingang fanden, sondern auch in unsere Gewissen. Andernfalls könnten wir auch Tourismusreisen zum Begaffen der letzten Menschenfresser beim Festessen organisieren.

    Matthias Wohlfarth

  5. AdamvonderWiese sagt:

    Mit dem „innenpolitischen“ Teil kann man sich ohne weiteres identifizieren. Einige Bemerkungen wären hingegen zum sozusagen „außenpolitischen“ angebracht. Die gelten dem allzu häufig im Zusammenhang mit dem Islam benutzten Ausdruck „Entfaltung“ (der Kultur, Religion, Zivilisation u. ä.).
    Hätte ich so etwas wie das vorliegende Positionspapier in Auftrag bekommen, würde ich gar keine Äußerungen über abstrakte moslemische Entfaltungsrechte außerhalb Deutschlands ins Spiel ziehen. Die AfD hat im Moment dazu keine Befugnisse, und auch hätte die irgendwelche, so stellt Anerkennung der anderen Seite Rechte bei politischen Verhandlungen immer eine harte Währung dar, dessen Schenken an den Gegner höchst unklug wäre. Solch eine Großzügigkeit würde niemand schätzen und eine freiwillige Gegenleistung wäre kaum zu erwarten.
    Auch rein sachlich, ohne Rücksicht auf strategische und taktische Nachteile, ist die Bereitschaft, diesem oder jenem Zweig der islamischen Kultur irgendwo auf der Erde vorbehaltlos Machtmonopol zu gewähren, unbegründet. Sogar das Ursprungsgebiet Islams, dh. die Arabische Halbinsel, ist seit frühen Anfängen dieser Religion ein Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten gewesen – also keine eindeutig akzeptierte „Leitkultur“ sogar im Lande, wo außer Muslime niemand lebt. In allen anderen Regionen entstand moslemische Präsenz infolge brutaler Eroberungskriege gegen anderen Kulturen und Religionen, nicht zuletzt dem Christentum. Große Mengen Leute dort vertreten immer noch eine oder andere viel ältere, und aus europäischer Sicht auch wertvollere und uns gegenüber unvergleichbar günstiger eingestellte, Tradition. Diese Leute zu verraten in der falschen Hoffnung, einen weltweiten Ausgleich mit dem Islam zu erreichen, bringt Europäern nichts, beraubt sie aber einer ganzen Menge natürlicher Verbündeter. Ansonsten können wahrscheinlich nur Deutsche so naiv sein um zu glauben, man würde ohne permanenten Zwang die abgesprochenen Räume der „freien Entfaltung“ respektieren.
    Erinnert man noch an ein Beispiel der Nicht-Einmischung in innere Angelegenheiten eines radikal moslemischen Staates aus den 1990ern, nämlich nach Afghanistan? Die freie Entfaltung am Hindukusch endete mit den Angriffen am 11. September 2001. Totalitäre Ideologien allgemein – Islam ist dabei keine Ausnahme – können grundsätzlich keine Alternative in ihrer Nähe dulden, ohne Angriffe auf andere zivilisatorische Muster können die nicht lange überleben, so daß die „in Ruhe lassen“ bedeutet nur eines: eigene Sicherheit zu riskieren. Deshalb, auch wenn man nach den Erfahrungen der letzten 100 Jahre in Europa ganz ungern Kriege führt, im Fall Islam bleibt keine Wahl zwischen Krieg und Frieden übrig sondern lediglich zwischen einem heißen und einem mehr oder weniger kalten Krieg.
    Also, beim Formulieren eines tragfähigen deutschen bzw. europäischen Standpunktes zur Islamisierung reicht es vollkommen aus festzustellen, was man im Inland zuläßt und was nicht. Der Rest ist Außenpolitik.

  6. Dr. Martin Schlobies sagt:

    Sehr geehrter Herr Tillschneider!
    Ihren Hinweis auf ein populärwissenschaftliches Buch verstehe ich nicht!
    Und inwiefern ist es eine Legende, daß der Islam eine Religion der Aggression ist?
    (S. mein erstes Zitat aus dem Buch von Aloys Sprenger. )

    Mit sehr vielem in Ihrem Text bin ich einverstanden, aber:

    Dem verehrten Referenten würde ich empfehlen,
    1. den Text zu straffen und zu kürzen,
    2. auf Verschwörungstheorien zu verzichten, diese sind zwar im Augenblick modern, aber nicht stichhaltig.
    3. Wie einer der Kommentatoren schon ausgeführt hat, einige Hauptlinien deutlicher herauszuarbeiten.
    4. zu betonen, daß jetzt vor allem ein Islam-Gesetz notwendig ist, so wie es Österreich seit fast einem Jahr bereits hat.
    (Hier hat unsere Regierung wieder einmal etwas wichtiges versäumt. )

    I. Der Islam ist eine Religion der Agression. (s. mein erstes Zitat aus dem Buch von Aloys Sprenger. )
    II. Nicht Behutsamkeit, furchtsames Ausweichen und Gottesfurcht sind die Haupttugenden der Gläubigen, sondern kriegerischem Unternehmungsgeist und Todesverachtung werden die Märtyrerkrone und die höchste Belohnung im Paradies zugesprochen.
    III. Der Islam ist eine Religion mit einer ausgeprägt unterschiedlichen Innen- und Außenmoral. Etwas was das Christentum nicht kennt und daher unserem Denken fremd und fern ist. Das heißt, Glaubensgenossen und Nichtgläubigen gegenüber gelten völlig verschiedene Verhaltensregeln, auch die Barmherzigkeit Allahs, des Allerbarmers und ähnliches gilt grundsätzlich nur für die Gläubigen, die „Söhne Allahs“, die anderen sind die „Giaur“, die „ungläubigen Hunde“, sie müssen bekehrt, und wenn das nicht möglich ist, vernichtet werden. (s. mein erstes Zitat aus dem Buch von Aloys Sprenger. )
    IV. Der Islam kennt keine Trennung von Staat und Religion bzw. Kirche.
    V. Der Islam ist eine verfassungsfeindliche Religion und Doktrin, ein gläubiger Moslem kann niemals ein höheres Gesetz oder Recht als den Koran (und die Sunna) anerkennen, also auch nicht unser Grundgesetz. Islamische Verbände und Gemeinden sind daher immer im Verdacht, verfassungsfeindlich zu sein.
    Das ist übrigens schon lange deutlich zu erkennen, indem in den Parallelgesellschaften eine eigene Rechtsprechung ausgeübt wird. (Auch hiergegen entschieden vorzugehen hat unsere Regierung versäumt. )

    Hier noch ein Zitat aus dem Buch von
    Aloys Sprenger, Das Leben und die Lehre des Mohammad.
    (Nach größtenteils bisher unveröffentlichten Quellen !)
    Berlin, Nicolai, 2. Auflage, 1869
    „Nach der persönlichen Ansicht des Mohammad war Takwà, Behutsamkeit, furchtsames Ausweichen und wohl auch Gottesfurcht die Haupttugend eines Gläubigen. Die Umstände haben ihn gezwungen, kriegerischem Unternehmungsgeist und Todesverachtung die Märtyrerkrone und die höchste Belohnung im Paradies zuzusprechen.
    Ohne diesen Umschwung wäre der Islam nie die Religion der erobernden nomadischen Völker geworden, denen er seine Größe verdankt. Der Geist der Schule, aus der Mohammad hervorgegangen und deren Einfluß ihm bis an sein Lebensende anhing, ist mönchische Entsagung und Schwärmerei, der Geist der Schule, welche Mohammad stiftete, ist siegesgewisse Kraft und Klarheit.“

    (Eine kleine Ergänzung zu meinem ersten Zitat über den Islam:
    Ein Jahr nach der Schlacht bei Badr, also 624, haben die Korayschiten übrigens die Schlappe gutgemacht, die sie 623 erlitten hatten, und die Muslime geschlagen. Auch Mohammad war in Gefahr, getötet zu werden.)

  7. Dr. Martin Schlobies sagt:

    Noch zwei Bemerkungen:
    Eine Orientierung an der Vergangenheit erfolgt heute nicht, dafür werden freie, willkürliche Utopien und Liberalismen in die Welt gesetzt. Wir sollten unsere Gesellschaft als einen Organismus betrachten, der von der Vergangenheit gezeugt, durch die Tradition weitergegeben, der jetzt lebt im Austausch mit der Umwelt, und als Tradition wieder an die nächsten Generationen weitergegeben wird. So ein Organismus hat eigene Gesetze, einen eigenen Bauplan, und beileibe nicht alles, was von außen kommt, paßt dazu.
    Schon Ortega y Gasset „Über das Römische Imperium“ beklagt die „Frivolität und Inhaltslosigkeit des Liberalismus. Als ob die Freiheit einfach darin bestünde, in einem x-beliebigen Land plötzlich x-beliebige Freiheiten auszurufen. …
    Alle Veränderungen in der Gesellschaft müssen mit dem Gesamtgefüge der Strukturen, Traditionen und Glaubensgewissheiten einer Gesellschaft zusammen passen.“

    Man muß sich fragen, ob nicht heute eines der Grundrechte unserer Gesellschaft bereits faktisch aufgehoben ist, nämlich das Recht auf freie Meinungsäußerung. Ein Mann wie Geert Wilders als Islamkritiker kann in Deutschland nur unter dem Schutz eines großen Polizeiaufgebots auftreten, Thilo Sarrazin und Abd el Samad als Islamkritiker leben unter Polizeischutz, und Abd el Samad kann sich nur mit drei bewaffneten Leibwächtern und einer kugelsicheren Weste in die Öffentlichkeit wagen.