Von der Notwendigkeit politischer Gelassenheit von Björn Höcke

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Okt 12, 2017 1 Comment ›› Redaktion

 

Eine Partei ist ein soziales System, das Gleichgesinnte zu dem Zweck herausbilden, einen gemeinsamen politischen Willen zu formulieren und ihn in die Öffentlichkeit zu tragen, um den politischen Meinungsstreit in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Alle Arbeitskraft, die nicht in diesen zentralen Zweck investiert werden kann, ist daher grundsätzlich verloren.

So ist es einfach bedauerlich, daß in Parteien sehr viel Energie für die Mehrheitsbeschaffung im Rahmen des Machterwerbs und Machterhalts aufgewendet wird. Manche Parteienkritiker unken, daß diese zweckferne, niedere Tätigkeit sogar dominiert. Ob das so ist und ob das unumgänglich ist, soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden.

Ich will meinen Blick hier auf die Fremdbeschleunigung des sozialen Systems »Partei« werfen. Ein System, das sich von außen beschleunigen läßt, operiert nicht selbstbestimmt und läuft Gefahr, zu einer energiezehrenden, permanenten Selbstbeschäftigung gezwungen zu werden. Diese Gefahr besteht leider nach wie vor auch für unsere AfD.

Denn es gibt augenscheinlich noch einige unter uns, die sich nicht von einer aufoktroyierten Rechtfertigungshaltung befreien können. Diese Zögerlichen möchte ich nochmal daran erinnern, daß wir uns als Mitglieder einer jungen Partei, die noch niemals in Regierungsverantwortung war, grundsätzlich nicht zu rechtfertigen brauchen. Rechtfertigen müssen sich alleine diejenigen, die für die Zerstörung unserer heimatlichen Landschaft, für die Schieflage unserer Sozialsysteme, für das Verzocken unseres Volksvermögens, für die millionenfache kulturfremde Einwanderung, kurz, für die Auflösung Deutschlands verantwortlich sind.

Ja, diese Partei, d. h. vor allem ihr derzeitiges Führungspersonal braucht mehr GELASSENHEIT!

Diese Feststellung ist mir besonders wichtig zu treffen im Hinblick auf meine Beobachtungen des Parteigeschehens in den letzten Monaten, aber auch anlaßbezogen mit Hinweis auf so manche überschnelle und unbedachte Äußerung, die die Falschmeldung über meine Kandidatur als Bundessprecher nach sich gezogen hat. Nochmal: Es gibt keine Pflicht in ein hingehaltenes Mikrophon hineinzusprechen. Und man kann auch die 1001. Presseanfrage ruhig und freundlich ablehnen, wenn man vermutet, daß eine einschlägige Äußerung energievernutzende, innerparteiliche Dynamiken auslösen könnte. Die AfD kann leider immer noch scheitern. Aber sie kann es unter Berücksichtigung der historisch-politischen Lage nur an sich selbst, nämlich am Unvermögen des Führungspersonals, Gelassenheit zu leben.

Mit besten Grüßen

Björn Höcke

Kommentare

  1. Fridolin Sommer sagt:

    Lieber Herr Hoecke,
    hätten Sie sich nur selbst an ihren Ratschlag gehalten. Bisher haben doch gerade Sie durch unbedachte Äußerungen für Unruhe in der Partei gesorgt! Mit Verwunderung
    habe ich in der Presse gelesen, dass Sie auf dem nächsten Parteitag in den Vorstand
    gewählt werden sollen. Was ist das für eine Partei, in der jemand der im Ausschlussverfahren steckt, für den Vorstand kandidieren darf? Ist das tatsächlich möglich oder war das eine Zeitungsente ? Warum nimmt der Vorstand nicht Stellung zu dieser Zeitungsmeldung, die im Niedersachsenwahlkampf nur schaden kann?
    Ich persönlich halte einen Parteiausschluss für weit überzogen. Sie sollten aber im Interesse der Partei auf einen Vorstandsposten verzichten. Ich halte Sie für selbstkritisch genug, um zu erkennen, dass Sie in Westdeutschland eher nicht ankommen. Sie sollten in der AfD lieber die Rolle spielen, die Franz Josef Strauß
    früher in der Union gespielt hat, also als regionale Berühmtheit, die immer wieder mahnend auf die Parteispitze einwirkt. Sie haben schließlich wie Strauß den am besten organisierten Landesverband der AfD. Mich beeindruckt insbesondere die Leidenschaft in diesem Landesverband und die klar strukturierte Internetseite.
    Ich hoffe daher inständig, dass Sie in Zukunft die Rolle spielen wollen, die für
    den Erfolg der Partei am sinnvollsten ist! Denn den Zielen der Partei sollte alles andere untergeordnet werden.

    Mit herzlichen Grüßen
    Fridolin Sommer